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Afrikamissionare - Weisse Väter
Ludwigsburger Str. 21
50739 Köln
Europa bereitet Generalkapitel 2010 vor

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Delegierten für das Kapitels beraten sich in Paris

Der Missionsgesellschaft der Afrikamissionare - Weisse Väter steht ein entscheidendes Jahr bevor. Im kommenden Mai werden sich in Rom Vertreter der verschiedenen Provinzen zum 27. Generalkapitel versammeln. Um ihre Teilnahme am Kapitel vorzubereiten, trafen sich am 9. Februar die acht Delegierten Europas und der Provinzial Detlef Bartsch in Paris.

Eine wichtige Frage stand auf der Tagesordnung des Treffens im Haus der Weissen Väter in der Rue Friant in Paris: Wie präsentieren wir unsere Provinz den Teilnehmern des Kapitels? Dazu gehört also alles, was uns am Herzen liegt und was wir den anderen über uns europäische Afrikamissionare sagen wollen. Es war nicht leicht, eine Auswahl aus dem Leben und der Arbeit in dieser geographisch weit ausgedehnten Provinz mit ihren zehn Sektoren zu treffen.

Grund der heutigen Situation

In der ersten Arbeitseinheit wurden im Plenum Vorschläge und Ideen gesammelt. Wichtig war dabei auch die Frage, wie wir rein technisch unsere Vorstellungen später dem Kapitel präsentieren wollen. Da gab es schon soviel Material und solch eine Vielzahl von Ideen, dass nachher die drei kleineren Arbeitsgruppen ihre liebe Not hatten, die Präsentation der Themen kurz, knapp und präzise zu halten. Sechs Themen sollen vorgestellt werden: Zuerst geht es um eine allgemeine Darstellung der Situation in Europa. Unsere Missionsgesellschaft hat es in Europa mit einem Kontinent zu tun auf dem sich vieles im Fluss befindet und rapide Veränderungen geschehen. Wir finden eine alternde Bevölkerung, religiöse Veränderungen, eine Kirche, die in vielem wie die säkulare Gesellschaft mehr nach innen auf sich selbst als nach außen auf die Welt schaut.

Anerkennung der Realität

In dieser Umgebung leben und arbeiten wir Weisse Väter und mühen uns, das Interesse für Afrika und Mission wach zu halten. In vielen Dingen spiegeln wir als Missionsgesellschaft aber auch die Probleme unserer Zeit. Die Europaprovinz ist stark überaltert und wir haben mit der Sorge für die älteren Mitbrüder eine große Aufgabe zu bewältigen. Wir unterstützen mit unserem Einsatz in Europa auch weiterhin so gut es geht die Arbeit unserer Mitbrüder in Afrika, sowohl personell als auch finanziell.

Afrika ist zu uns gekommen

Ein besonderes Zeichen unserer Zeit ist es, dass mit den neuen Medien Afrika eigentlich nicht mehr fern ist. Afrika ist ja mit seinen Migranten bis zu uns nach Europa gekommen. Wir finden die afrikanische Welt gleich vor unserer Haustür. Das soll in der Präsentation dem Kapitel dargestellt werden. Wie geht das politische Europa damit um, wie kommt die Kirche mit den neuen Anforderungen zu Recht? Anhand unserer Europaprojekte, zu denen auch das Afrika Center in Berlin gehört, können wir dem Kapitel beispielsweise zeigen, was wir direkt vor Ort tun, wenn wir uns um Migranten kümmern und durch diese Arbeit auch der europäischen Kirche einen Dienst erweisen.

Als Missionsgesellschaft, die in dem islamisch geprägten Raum Nordafrikas entstanden ist, haben die Afrikamissionare von Beginn an eine besondere Beziehung zu Muslimen. Der Dialog mit dem Islam war und ist Teil dessen, was wir Weisse Väter auch in Europa tun. Für diesen Dienst möchte die Europaprovinz Unterstützung von den anderen Provinzen.

Eine ungerechte Welt

Die Politik in Europa bestimmt die Regeln nach denen die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen abgewickelt werden. Während die Ressourcen Afrikas hier gern genutzt werden, sind die Afrikaner selbst nicht so willkommen. Hier setzt unsere Arbeit für Gerechtigkeit und Frieden an. Das alternde Europa kann durchaus davon profitieren, denn es braucht Menschen, um seine Wirtschaft und seine sozialen Dienste aufrecht zu halten. Wir Afrikamissionare setzen uns für einen positiven Austausch ein, der beiden Seiten dient.

Großherzigkeit in Europa

Wir zählen bei allem, was wir tun, auf die großzügige Unterstützung, die unser Tun bis heute unter den Christen Europas erfahren hat. Sorgen macht uns allerdings, dass in der heutigen Zeit nicht mehr viele junge Leute bereit sind, sich zu einem Leben in unseren Reihen zu verpflichten. Dabei stellen wir fest, dass die Menschen unserer Zeit nicht weniger großzügig sind als früher. Nur ist ihre Art des Lebens nicht mehr gleich. Alles ist kurzlebiger und unverbindlicher geworden. Gern gehen junge Menschen auch heute in Entwicklungsländer und helfen dort, sie sind nämlich den Ungerechtigkeiten unserer Zeit gegenüber sehr feinfühlig. Aber sie gehen eben nur für eine begrenzte Zeit. Gerne wollen wir diese Menschen in ihrem Engagement unterstützen und begleiten. Über viele Wege tun wir das bereits.

Die Afrikamissionare aus Europa sind zwar dem statistischen Durchschnitt nach eine Gesellschaft mit sehr vielen alten Menschen. Aber wir sind stolz auf die Arbeit, die diese Menschen im Dienst Afrikas getan haben. Dieses Werk wollen wir fortführen, auch wenn irgendwann die Zahl der Afrikamissionare in Europa nur noch gering sein wird. Wir glauben daran, dass unsere Missionsgesellschaft auch in Europa eine Zukunft hat.

hbs

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