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Afrikamissionare - Weisse Väter
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Pater André-Leon Simonart
ist neuer Provinzial der Afrikamissionare in Europa

Simonart.jpg (71425 Byte)Der belgische Afrikamissionar Pater André-Léon Simonart ist seit dem 1. Juli 2011 der neue Provinzobere für die Weissen Väter in Europa. In den vergangenen drei Jahren hatte Pater Simonart den belgischen Sektor als Oberer geleitet und gleichzeitig als Stellvertreter des Provinzials gewirkt. Sein Vorgänger im Amt, Pater Detlef Bartsch, wird nach einem Sabbatjahr in die Mission nach Afrika zurückkehren .

Der neue Provinzial über nimmt das Amt von Pater Detlef Bartsch, der drei Jahre lang die Europaprovinz der Weissen Väter geleitet hat. Pater Barsch wird in Zukunft wieder in der Provinz „Zentralafrika“ arbeiten, die aus Ruanda, Burundi und Kongo besteht. Er war dort schon viele Jahre tätig, bevor in Europa eingesetzt wurde.

Der neue Provinzial Pater André-Léon Simonart hat in London Theologie studiert und kam gleich nach der Priesterweihe nach Sambia. Er lernte in Ilondola Chibemba und arbeitete anschließend in der Seelsorge. Ab 1979 machte er weiterbildende Studien in Rom bis 1983 und war von da an fast ausschließlich in der Ausbildung der Weisse Väter Kandidaten oder in der Leitung der Missionsgesellschaft tätig. Er gehörte zum Begleitungsteam des Noviziates in Fribourg, Schweiz, und später ebenso im Noviziat in Kasama, Sambia.

Anschließend beriefen ihn die Afrikamissionare in die Neugründung nach Curitiba in Brasilien. Hier ging es darum, junge Leute anzuwerben, die als Missionare nach Afrika gehen würden. Brasilien gilt immer noch als eines der großen katholischen Länder. Doch die Idee, dass die dortige Kirche auch missionarisch sein müsse, hat sich erst in den vergangenen drei Jahrzehnten durchgesetzt. Millionen Menschen in Brasilien haben afrikanische Wurzeln. Was liegt näher, als dass auch Nachfahren der ehemaligen afrikanischen Sklaven mit der Frohbotschaft nach Afrika zurückkehren?

1996 wurde Pater Simonart beim Generalkapitel in Rom zum ersten Assistenten im Generalrat und damit zum Stellvertreter des Generaloberen gewählt. Die Zeit in Rom war besonders geprägt von den neuen Entwicklungen in der Missionsgesellschaft der Weissen Väter. Die Missionsberufe in Europa und Nordamerika gehen zurück. Aber aus Afrika kommen immer mehr junge Leute, die in die Missionsgesellschaft eintreten wollen. Das ist eine Entwicklung, die Konsequenzen hat für die Art und Weise der Ausbildung und für die Orte, wo die künftigen Missionare ausgebildet werden. Seitdem sind die europäischen Ausbildungsstätten in London und Toulouse geschlossen worden und die Noviziate und die Ausbildungsorte für die Theologen wurden ganz nach Afrika verlegt. Theologie studieren die künftigen Afrikamissionare hauptsächlich in Nairobi, Kenia, und in Abidjan, Elfenbeinküste.

Nach den sechs Jahren in der Leitung der Missionsgesellschaft in Rom übernahm Pater Simonart wieder die Arbeit in einem Noviziat der Weissen Väter, diesmal in Bobo Dioulasso in Burkina Faso.

Seit dem 1. Juli 2008 war er mit der Leitung des belgischen Sektors in der Europaprovinz  betraut und wurde gleichzeitig Stellvertreter des Provinzials Pater Detlef Bartsch. Die Europaprovinz, in der alle früheren europäischen Provinzen zusammengefasst worden sind, besteht seit Juli 2008. Zu ihr gehören die Sektoren Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Schweiz, Spanien und Polen. Mehr als 700 Afrikamissionare zählt die Provinz Europa in über 60 Häusern. Die meisten dieser Missionare sind aus Afrika zurückgekehrt und verbringen in Europa ihren Lebensabend. Zwar sind viele von ihnen noch in irgendeiner Arbeit in der Missionsgesellschaft oder in der Seelsorge beschäftigt, doch ist das Problem der Überalterung der Missionsgesellschaft nicht zu übersehen. Seit Mitte der 80er Jahre sind die Missionsberufe in Europa allgemein stark zurückgegangen, so wie die Priesterberufe in den Bistümern.

Einige Problemfelder für den neuen Provinzial sind also schon vorgegeben: die Sorge um die älteren Mitbrüder und die Suche nach neuen jungen Leuten, die mit den Afrikamissionaren in Afrika das Werk der Mission weiterführen wollen. Ein drittes Problem kommt hinzu: Die Afrikamissionare viele junge Leute aus Afrika, die in die Missionsgesellschaft eintreten wollen. Doch die finanzielle Unterstützung für die Ausbildung kommt bisher zum größten Teil aus Europa und Nordamerika. Die Missionsgesellschaft ist auch künftig auf diese Unterstützung angewiesen. Das Werben um Spenden für die Mission ist allerdings nicht leichter geworden. Viele Menschen in Europa stellen den Glauben an sich in Frage oder haben sich schweigend von der Kirche abgewandt. Mit der geringer werdenden Zahl der Gottesdienstbesucher geht auch das Spendenaufkommen zurück. So tritt Pater Simonart sein Amt in schwierigen Zeiten an.            hbs

Foto: WV-Brüssel

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