![]() |
Afrikamissionare - Weisse Väter Ludwigsburger Str. 21 50739 Köln |
| Identität der Missionsgesellschaft | home |
| Gesellschaft der WV Geschichte der WV WV in Deutschland Übersicht Daten Gründer WV heute Weisse Schwestern | |
Afrikamissionare - Weisse Väter - (M.Afr.)
Gründung und Sendung
Als 1868 der französische Erzbischof von Algier, Kardinal
Lavigerie, die Missionsgesellschaft der Afrikamissionare gründete, war Afrika noch
ein unbekannter, "dunkler" Erdteil. Dann begann der Wettlauf der
Kolonialmächte, ein Spiel der Machtpolitik. Charles Lavigerie, der Erzbischof von Algier,
wollte die Menschen Afrikas nicht dem Schicksal von Politikern, Forschern,
Geschäftsleuten und Soldaten überlassen. Er brauchte eine Gruppe begeisterter, junger
Menschen, die bereit waren, die Botschaft Jesu den Menschen in Afrika weiterzusagen und
sie für Christus zu gewinnen.
Von Anfang an wurden die Afrikamissionare "Weisse Väter" genannt, weil sie die
lange, weiße, nordafrikanische Gandura und den wallenden Burnus als Ordensgewand trugen.
Da aber diese volkstümliche Bezeichnung heute oft mit der Hautfarbe der Mitglieder
verwechselt wird, ist es richtiger, auf diesen Namen zu verzichten.
Von Nordafrika aus wollte Kardinal Lavigerie das Christentum nach ganz Afrika bringen. Er
war ein Vorkämpfer für die Abschaffung der Sklaverei. Seinen Missionaren setzte er zwei
Ziele:
1. Unter den Muslimen ein Zeugnis des Glaubens zu geben,
2. In Schwarzafrika eine bodenständige Kirche aufzubauen.
Dabei sollten sie die Sprache des jeweiligen Landes lernen und die Kultur der Menschen
respektieren.
Der erste Leiter des Noviziates in Nordafrika war ein Jesuit, der auf Verlangen des
Gründers die Spiritualität des heiligen Ignatius, als solide Grundlage für ein
geistliches Leben, den jungen Novizen nahe brachte. Aktion und Kontemplation miteinander
zu verbinden, das bleibt bis heute die ständige Herausforderung für jeden
Afrikamissionar.
Lebensform
Die meisten Afrikamissionare kommen aus Europa, Amerika und Afrika. Sie leben in
internationalen Gemeinschaften und arbeiten als Priester, Brüder und Laienmissionare
gemeinsam am Aufbau der afrikanischen Kirche. Sie kümmern sich um die neu entstehenden
Basisgemeinschaften, bilden Katecheten und Gruppenleiter aus. Die Slums der Großstädte
und die großen Flüchtlingsströme des heutigen Afrika fordern die Missionare immer
wieder neu heraus, Christus praktisch zu verkünden.
Normalerweise besteht eine Gemeinschaft der Afrikamissionare aus mindestens drei
Mitbrüdern. Diese Art der Gemeinschaft war dem Gründer so wichtig, dass er seinen
Missionaren empfahl, eher eine Missionsstation aufzugeben, als von der "Regel der
drei" abzuweichen.
Die Erst-Evangelisation, bleibt eine Priorität, wie auch die Begegnung mit andern
Religionen und der Dialog mit dem Islam. Zu den aktuellen Herausforderungen gehören auch
der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden, Entwicklung und die Bewahrung der Schöpfung,
weiterhin die Großstadtseelsorge und die Sorge für die Aidskranken und Waisenkinder.
Durch ihren einfachen Lebensstil wollen die Missionare unter den Afrikanern und den
Muslimen Zeugnis für Christus geben und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.
Wo wir arbeiten
1541 Afrikamissionare sind in 20 Ländern Afrikas
und in 13 Ländern der übrigen Welt tätig. Die Einsatzgebiete
sind heute nicht mehr auf Afrika beschränkt, sondern im Zeitalter der Migration
engagieren sich Mitglieder der Missionsgesellschaft der Afrikamissionare auch in ihren
Heimatländern für Afrikaner, die zur Zeit in Europa und Amerika leben und pflegen den
Kontakt und den Dialog mit ihnen.
Schwerpunkte der Arbeit in Deutschland sind:
Zur Zeit (November 2010) befinden sich 51 deutsche Mitbrüder in Afrika, in Jerusalem und den Philippinen, 97 in Deutschland und drei Missionare in anderen europäischenSektoren. Der deutsche Sektor (151 Mitglieder) hat acht Gemeinschaften in Deutschland und eine in Luxemburg, das zum deutschen Sektor der europäischen Provinz der Afrikamissionare gehört. In der Luxemburger Niederlassung leben drei aus Luxemburg stammende Mitbrüder. Das Provinzialat der europäischen Provinz befindet sich seit 2008 in Brüssel, die Leitung des deutschen Sektors ist in Köln.
P. Georg Völlinger M.Afr.
(update der Zahlen und des Textes) Hans B. Schering November 2010