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Afrikamissionare - Weisse Väter
Ludwigsburger Str. 21
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Mission heute

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Warum heute noch Missionare?
Als Antwort gelte, was eine speziell für die Missionsarbeit in Afrika gegründete Ordensgemeinschaft dazu sagt, nämlich die Afrikamissionare, genannt "Weisse Väter".

Rückgang?
Wie überall werden auch die Missionare älter, fallen also mehr und mehr als aktive Missionare aus. Die Zahl der Verstorbenen überwiegt die Zahl der Neueintretenden. Allein im Jahr 2001 sind über 40 dieser Afrikamissionare gestorben. Aus den Ländern, die ehemals Quellen von Missionsberufen waren, gibt es nur mehr 3 % unter den neuen Kandidaten. Der heutige Bestand der Weissen Väter liegt auf 1882 Mitglieder, von denen 40 % in Afrika arbeiten.

Aufbruch!
Aber man sieht eine ebenso erfreuliche positive Seite. Aus den Ländern, in denen seit 130 Jahren die Weissen Väter gewirkt haben, erwachsen neue Missionsberufe, die die Botschaft Christi weitertragen. So zählt man mit dem Stichtag vom 1. Oktober 2001 für die sieben Jahre der Kandidatenausbildung 290 Studenten, davon 85 % aus Afrika und 12 % aus andern Ländern (Polen, Indien, Philippinen und Mexiko). Gewiss, während der strengen Vorbereitungsjahren wird sich ein Teil wieder zurückziehen. Aber in verschiedenen afrikanischen Ländern bestehen Zentren, die für die Werbung neuer Missionare in den höheren Schulen wirken.

Wozu überhaupt noch Missionare?
Denn die Fundamente der Kirche haben sie doch gelegt und afrikanische Bischöfe haben die Führung übernommen ! Die missionarischen Aufgaben sind anders, aber keineswegs geringer geworden. Die erste dieser Aufgaben ist und bleibt die Verkündigung und das Zeugnis der Frohbotschaft Christi. Zwar geht es nicht mehr in erster Linie darum, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser zu bauen. Die Missionare müssen vielmehr die christlichen Gemeinschaften befähigen, Licht für ihre Umwelt zu werden und in den Dialog mit andern Religionen zu treten. Ihre Gegenwart soll den Blick der jungen Christengemeinschaften nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse beschränken. Die Ortskirche soll nicht zu einer Stammeskirche, zur ethnischen Sekte werden, sondern ihren Blick weiten auf die ganze Weit. So hat Kenia heute bereits 250 katholische Missionare, die überall in der Welt arbeiten.

Die neuen Aufgaben
erstrecken sich auf viele Gebiete:
- Neben der Schulung einheimischer Priester durch geschultes Personal ist die Ausbildung von Laienkatecheten sehr wichtig.
- Es braucht die Förderung von guten Leitern für die Medienarbeit: Presse, Radio und Fernsehen.
- Sehr dringend ist die Organisation von Hilfswerken für die besonders in Afrika schwer betroffenen Aids-Kranken, ebenso für die gewaltige Zahl von Waisen kindern, deren Eltern an dieser Krankheit gestorben sind. Es gibt ja Dörfer, in denen der Großteil der Erwachsenen heute fehlt.
-Neue Aufgaben stellen sich den Missionaren, aktive Mitarbeiter zu organisieren, die bereit sind, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen, wo herrschende Kreise willkürlich die Bevölkerung unterdrücken.
-der Missionar muss auch für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung eintreten zum Wohl der Bevölkerung.

Eine Anzahl Missionare sind bemüht, in afrikanischen Großstädten Tausenden von Straßenkindern eine bessere Zukunft zu verschaffen durch Schulen und Ausbildung in Handwerken. Infolge der dauernden Kämpfe in mehreren Ländern muss der Unmenge von Flüchtlingen geholfen werden. In besonderer Weise sind die Weissen Väter zudem beauftragt durch ihren Gründer, Kardinal Lavigerie, den Dialog mit dem Islam zu fördern, um mit den Muslimen friedlich zusammenzuarbeiten zum Wohl der Menschen.

Ein Weisser Vater, Bischof Mike Fitzgerald, ist darum seit Jahren Sekretär des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog in Rom Schließlich hat sich den Afrikamissionaren ein neues Betätigungsfeld eröffnet: die Hilfe und religiöse Betreuung der Afrikaner, die in großer Zahl nach Europa gekommen sind. In mehreren Ländern Europas ist eine Anzahl dieser Missionare dazu speziell beauftragt worden.

Es gibt also übergenug Arbeitsfelder, in denen auch heute die Afrikamissionare sich einsetzen müssen.

P. Josef Brunner, Weisse Väter

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