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Afrikamissionare - Weisse Väter Ludwigsburger Str. 21 50739 Köln |
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Mit dem Ausdruck des Bedauerns |
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Die dritte Weltkonferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus ist in Durban mit der Verabschiedung einer Abschlusserklärung zu Ende gegangen, deren Aussagen umstritten sind. Besonders um den Text zur Verantwortung der Europäer für Sklaverei und Kolonialismus wurde lange gerungen. kontinente erinnert beispielhaft an Geschichte und Auswirkungen des Sklavenhandels. |
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Aus Afrika wurden 15 Millionen Menschen in die Sklaverei nach Amerika verkauft, 18 Millionen durch die Sahara nach Nordafrika und in den Nahen Osten verschleppt oder in Sklavenkarawanen über Land von den inneren Seen Afrikas an die Küste nach Sansibar getrieben und weiterverkauft. Unvorstellbare Zahlen von Menschen haben so in Afrika Würde, Freiheit und Leben verloren. Wie viel Grausamkeit von Seiten der Sklavenjäger und Sklavenhändler unschuldige Menschen erleiden mussten, können wir uns heute kaum noch ausdenken. War er einmal gefangen, galt der Mensch nichts mehr. Zahllose Sklaven sind unterwegs gestorben, umgebracht worden. Wie viele, werden wir nie mehr erfahren. Wir haben es mit einem der dunkelsten Kapitel der Menschengeschichte zu tun. Für uns heute kaum noch zu verstehen: Sklaverei galt seit Urzeiten als normal, als gesellschaftlich anerkannt und wurde auf allen Erdteilen praktiziert. Auch das Christentum drängte nicht auf eine Änderung der unseligen Praxis, sondern akzeptierte die gängige "gottgegebene" soziale Ordnung. Erst nach dem Wiener Kongress 1815 wird in europäischen Staaten Sklaverei abgeschafft. Vielleicht ist es humanitäre Einsicht, eher aber wohl die Tatsache, dass Sklavenhaltung unrentabel geworden war, die zur Einstellung des Sklavenhandels über den Atlantik führt. Angestellte Arbeiter sind einfach billiger. Sie können je nach wirtschaftlicher Lage eingestellt und wieder entlassen werden. Was auf der einen Seite Afrikas nach Nord- und Südamerika im 19. Jahrhundert abflaut und aufhört, wird nach Norden und Osten hin aber stellenweise bis zum 20. Jahrhundert weiter betrieben. Bis 1890 kommen in Tripolis (Libyen) jährlich 1500 Sklaven an. Noch 1920 wird von großen Karawanen mit etwa 5000 Sklaven im Fessan und der Oase Al-Kufrah berichtet. Für die Missionsbewegung des 19. Jahrhunderts ist der Kampf gegen die Sklaverei ein wichtiges Thema. Livingstone fürchtet zu Recht, seine Beschreibung des Sklavenhandels in Ostafrika würde in London nur als Übertreibungen abgetan werden. Albträume bereiten ihm seine Erlebnisse und er sagt: "Wenn der Sklavenhandel an der Ostküste unterdrückt werden könnte, würde ich das als eine größere Errungenschaft ansehen, als die Entdeckung aller Quellen zusammen." Bischof Daniel Comboni, Gründer der Comboni-Missionare, schreibt: "Die Abschaffung der Sklaverei durch die europäischen Mächte in Paris 1856 ist toter Buchstabe für Zentralafrika. Der Vertrag existiert wohl auf dem Papier, aber hier ist die Sklaverei mehr als lebendig." Kardinal Charles Lavigerie, Gründer der Afrikamissionare (Weisse Väter), kämpft mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Sklaverei. Die Berichte seiner Missionare führen ihn zu der Erkenntnis, dass Sklaverei ein Verbrechen gegen die Menschheit und mit der Botschaft Christi unvereinbar ist. Er sieht auch die Gefahr und Bedrohung durch die Sklavenhändler für seine Missionare und die jungen Christengemeinden. Auf nationaler und internationaler Ebene, mit Reden in London, Paris und Brüssel, versucht er die Aufmerksamkeit auf das Problem in Afrika zu lenken. Seine großen Reden werden veröffentlicht (die hier abgebildeten Gravuren stammen aus dem Band). Auch an die Deutsche Reichsregierung nach Berlin wird der Text der Reden geschickt. Europas Regierungen spielen das Ausmaß der Sklaverei herunter, aber Bürger gründen in vielen Ländern Anti-Sklavereigesellschaften. Lavigerie drängt Papst Leo XIII. zur Veröffentlichung der Anti-Sklaverei- Enzyklika "In Plurismus" (1888). In Paris findet 1890 ein internationaler Anti-Sklaverei-Kongress statt. Sklaverei ist gebranntmarkt, aber noch
lange nicht ausgerottet. 1948 wird in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Sklaverei als Verstoß gegen die Menschenwürde bezeichnet. Aber Jahrtausende alte
gesellschaftliche Strukturen widersetzen sich der Beseitigung der Sklaverei. Mauretanien
setzt der Sklaverei offiziell erst 1980 ein Ende. Nachrichten aus Sudan und anderen
afrikanischen Ländern lassen vermuten, dass das Übel immer noch grassiert, auch wenn
vielleicht der Name geändert wurde. Die internationale Arbeitsorganisation (ILO)
berichtet von Zwangsarbeit, "modernen" Formen der Sklaverei wie Menschenhandel,
Prostitution, Zwangsrekrutierung. Afrika leidet an den Folgen der alten und den
Auswirkungen der heutigen Sklaverei. Amerika und Europa bekunden nur ihr Bedauern über
geschehenes Unrecht. Woher aber kommt Hilfe, um das heutige Übel zu bekämpfen? |
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