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Afrikamissionare - Weisse Väter
Ludwigsburger Str. 21
50739 Köln
17. Juni 2010

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Pater Franz Pristl verstorben
pristl-f1.jpg (29456 Byte)Franz Pristl wurde am 3. März 1937 in Grosstajax/Tschechien (früher Südmähren) geboren. In seinen Lebenslauf vom 28.11.1957 schreibt er: "Ich wuchs in dem Dorf mit fünf Geschwistern auf in rein katholischer Umgebung". Seine Eltern Johann und Martha hatten eine Landwirtschaft. Da sein Vater während des II. Weltkrieges Militärdienst zu leisten hatte, wurden die Kinder schon in jungen Jahren zu harter Arbeit erzogen.
Im April 1946 wurde Familie Pristl, zusammen mit anderen Deutschstämmigen aus der Gegend, durch die neue Regierung ausgewiesen. Nach kurzem Lagerleben fand die Familie in Ostheim/Hessen eine neue Heimat. Franz und seine Geschwister kamen in diesem Ort in die Primarschule. Im Jahr 1949 wurde er zu einem Kleinbauern in Ostenland bei Paderborn geschickt, um mitzuarbeiten. Dort ging er in die 6. Primarschulklasse. Zu dieser Zeit reifte in Franz der Entschluss Priester zu werden. Sein Bruder Johannes war schon in der Missionsschule der Weißen Väter in Rietberg. Franz meldete sich ebenfalls an und wurde im Mai 1950 in die Sexta aufgenommen. Im April 1953 wechselte er auf das Kreuzburggymnasium in Großkrotzenburg, wo er am 5. März 1958 sein Abitur machte.
Nun folgten die üblichen Etappen der Ausbildung: 1958-59 Philosophiestudium in Trier, 59-60 Noviziat in Hörstel, 60-64 Theologiestudium in Héverlé/Belgien, wo er am 28. Juni 1963 seinen Ewigen Eid ablegte. Am 4. Juli 1964 wurde Franz Pristl in Großkrotzenburg zum Priester geweiht.
Er erhielt darauf eine Ernennung nach Ngozi in Burundi. Nach kurzem Urlaub und Vorbereitungen machte er sich auf seine Erstausreise am 18. Dezember 1964. Wie üblich folgte er zunächst einem Kurs in der Lokalsprache in Bujumbura. Vom Juli 1965 an war er in der Seelsorge tätig, zunächst als Kaplan in Musenyi, danach in Giteranyi und in Gitaramuka, dann in der Landwirtschaftlichen Schule Karusi, danach in Giheta.
Als die Missionare im September 1985 aus Burundi ausgewiesen wurden, war dies auch für P. Pristl ein schmerzlicher Abschied von seinem liebgewordenen Einsatz in diesem Land. Er wurde danach Ökonom unserer Gemeinschaft in Haigerloch und wurde anschließend in unser Haus nach Frankfurt ernannt.
Im Januar 1989 erhielt P. Pristl eine Ernennung nach Sambia, zunächst in die Pfarrei Lumezi in der Diözese Chipata. Dies bedeutete für ihn, seine Englisch-Kenntnisse aufzubessern und eine neue Lokalsprache zu erlernen. Durch den Wechsel von Lumezi nach Kanyanga, danach nach Lundazi und nach Chipata musste er eine weitere Lokalsprache lernen. Dank seines guten Gehörs und seiner musikalischen Begabung fiel ihm dies nicht allzu schwer. Einmal schrieb er: "Ich bin nun beim Erlernen meiner 10 Sprache angekommen".
P. Pristl kehrte am 14. Dezember 2009 nach Deutschland zurück. Er wurde nach Haigerloch ernannt, um sich in der Betreuung der Senioren und in pastoralen Aufgaben einzubringen. Dies hat er mit viel Hingabe getan, wofür ihm große Anerkennung bezeugt wurde. Zeit seines Lebens hatte er sich immer mit all seinen Kräften eingesetzt.
Drei Tage vor seinem Tod fühlte sich P. Pristl unwohl und ging zum Arzt. Im Warteraum der Arztpraxis fiel er plötzlich rückwärts mit dem Kopf auf den Boden. Die erste ärztliche Untersuchung zeigte innere Blutungen im Kopf. In der Uniklinik in Tübingen wurde er sofort operiert, aber die Blutungen konnten nicht gestoppt werden. Am 17.06.2010 rief der Herr seinen Missionar Franz Pristl zu sich in die Ewigkeit. P. Franz Pristl wurde am 22. Juni in Haigerloch zu Grabe getragen.
Möge ihm der Herr über Leben und Tod, dem er mit Treue und Hingabe als Hirte gedient hatte, seinen ewigen Lohn schenken.

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