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Aktuelle Afrikanachrichten

12. Juli 2019, Abidjan, ELFENBEINKÜSTE - Präsidentschaftswahl: Unabhängige Wahlkommission umstritten. – Die neue Unabhängige ivorische Wahlkommission (CEI), die zur Vorbereitung der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 eingerichtet wurde (vgl. Fides, 9/10/2018), ist umstritten. "Es gibt Unmut und geteilte Meinungen nicht nur seitens der Oppositionsparteien, sondern auch seitens der Zivilgesellschaft", so Pater Donald Zagore, Priester von der Gesellschaft der Afrikamissionen gegenüber Fides. "Es ist eine Situation, die kein friedens- und stabilitätsfreundliches Klima fördert und wird unweigerlich zu nicht einvernehmlichen und problematischen Wahlen führen", so der ivorische Missionar.
"Unsere Politiker müssen verstehen, dass Frieden für unsere Völker und für unsere Länder in Afrika keine Option ist, sondern von grundlegender Bedeutung. Es ist ein MUSS, eine Verpflichtung, eine unbestreitbare und unverzichtbare Pflicht für alle", so Pater Zagore. "Deshalb werden wir, so lange unsere nicht zu Politikern, Befürwortern, Verkündern und leidenschaftlichen Verteidigern einer absoluten Dynamik der Neutralität und völligen Unabhängigkeit unserer Institutionen werden, darum kämpfen müssen, die Grundlagen für eine echte und authentische Demokratie in unseren Ländern zu legen."
"Der künftige Frieden in der Elfenbeinküste“, lautet das Fazit von Pater Zagore, „muss sich aus einem brennenden Wunsch nach der absoluten Ablehnung der Autokratie speisen... Es muss daran gearbeitet werden, die Werte Transparenz, Gerechtigkeit und vor allem das Gleichgewicht zwischen Macht und politischem Wettbewerb zu fördern". (DZ/AP) (Fides)

11. Juli 2019, Chiulo, ANGOLA - Ernährungsnotstand: 2,3 Millionen Menschen betroffen, davon 490.000 Kinder. – Im Süden Angolas, in den Provinzen Cunene, Huila und Namibe, herrscht seit mehr als sechs Monaten ein ein Notstand infolge der Dürre, die sich sehr gravierend auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung, insbesondere der Kinder, auswirkt. Die Nichtregierungsorganisation "Medici con l‘Africa - CUAMM" bittet in einer an den Fidesdienst gesandten Pressemitteilung dringend um Spenden zur Bekämpfung von Unterernährung und zur Gewährleistung der Versorgung mit sauberem Wasser sowie für andere dringende Maßnahmen.
Infolge der Trockenzeit sind nach Schätzungen der angolanischen Regierung heute 2,3 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Davon sind über 490.000 Kinder unter fünf Jahren. Laut UNICEF-Daten hat sich in der Provinz Cunene die Rate der akuten Unterernährung in den letzten Monaten verdoppelt: von 3,7 Prozent während der Regenzeit auf derzeit 7 Prozent mit über 8.000 stark unterernährten Kindern, hinzukommen zu den 20.000 betroffene Kinder in der Provinz Huila. Von diesen Kindern kommen nur sehr wenige zur Behandlung in ein Krankenhaus: Schätzungen zufolge werden als 10 Prozent der Fälle in der Abteilung für Unterernährung des Krankenhauses in Chiulo behandelt. (SL) (Fides)

10. Juli 2019, Kampala, UGANDA - Emeritierter Bischof von Masaka: “Wir versuchen die wahren Umstände des Mordes zu klären”. – "Wir versuchen, die wahren Umstände des Todes von Bruder Norbert Emmanuel Mugarura zu klären", so Bischof John Baptist Kaggwa von Masaka im Gespräch mit Fides zur Ermordung von Bruder Mugarura, Generaloberer der Brüder des hl. Charles Lwanga.
"Wie wir erfahren haben, ist Bruder Mugarura am 2. Juli aus dem Hauptsitz des Instituts weg gefahren, um an einem Treffen in Kampala teilzunehmen", so Bischof Kaggwa, der berichtet, dass Bruder Mugarura eine Reihe von Treffen an verschiedenen Orten in der ugandischen Hauptstadt abhalten wollte.
"Er hielt in Rubaga an, um einen Mitbruder zu treffen. Ein weiteres Treffen fand in der Christkönigs-Kirche in Kampala statt. Sein Reiseplan beinhaltete weitere Stationen in Namugongo, wo die Brüder ihren Hauptsitz haben, und in Nsambya, am Hauptsitz der Vereinigung der Ugandischen Ordensleute (Association of Religious of Uganda, ARU). Nachdem er die Kirche in Kampala verlassen hat, haben sich seine Spuren verloren", sagt der Bischof. "Er wurde möglicherweise von jemandem entführt und ihn dann zur Universität in Kyambogo gebracht, wo Robert Asiimwe studierte, ein junger Student, den Bruder Mugarura, seit der Grundschule finanziell unterstützt hatte ", so Bischof Kaggwa. Nach Angaben der Polizei soll Bruder Mugarura im Zimmer dieses Studenten getötet worden sein.
"Der Zweifel, den wir haben, ist folgender: wer hat Bruder Mugarura in die Christkönigs-Kirche bestellt? Wurde der Ordensmann überredet, an die Universität von Kyambogo zu gehen, oder wurde er gewaltsam dorthin gebracht?", so Erzbischof Kaggwa, der vermutet, dass weitere Personen an dem Verbrechen beteiligt sein könnten.
Bischof Kaggwa, der am 16. April von seinem Amt zurückgetreten ist, sagte, er sei "erbittert über die Gerüchte in den sozialen Medien, wonach der Student Bruder Mugarura getötet hätte, um sich gegen dessen sexuelle Belästigung zu verteidigen". "Das sind alles Lügen, die verbreitet werden, um die Wahrheit zu verbergen und die katholische Kirche zu diskreditieren", so der emeritierte Bischof. "Wir kannten Bruder Mugarura gut und haben keine Zweifel an seiner moralischen Korrektheit. Seit er im Januar Generaloberer der Brüder des hl. Charles Lwanga geworden war, hatte er die interne Ordnung im Institut wiederhergestellt und sich um spirituelle Aspekte gekümmert und dafür gesorgt, dass die Gelübde der Armut und Keuschheit eingehalten wurden. Wenn er noch am Leben wäre, hätte er auch weiterhin großartige Arbeit geleistet ", so Bischof Kaggwa.(L.M.) (Fides )

10. Juli 2019, Alexandria, ÄGYPTEN - Ägyptische Behörden unterstützen Förderung der koptischen Studien. – Mit einer beispiellosen Initiative beschlossen die ägyptischen Behörden, Mittel für die Einrichtung von Instituten, Zentren und Abteilungen an öffentlichen Universitäten bereit zu stellen, die sich der Erforschung und Verbreitung des koptischen Sprach- und Kulturerbes widmen. Das erste Institut für Koptische Studien wurde in Zusammenarbeit mit der koptisch-orthodoxen Kirche bereits an der Universität von Alexandria eröffnet. Eine ähnliche Initiative wird an der Fakultät für Bildende Künste der Universität Damanhour auf den Weg gebracht.
Das sogenannte "koptische Zeitalter" wird von Wissenschaftlern als eine Zeit des Übergangs zwischen der Ära der Pharaonen und der der arabisch-islamischen Zivilisation bezeichnet und als konstitutives Element der ägyptischen Kultur und Identität betrachtet. In den vergangenen Tagen erklärte Professor Ghada Mousa, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Alexandria, bei der Präsentation der Projekte, dass das Institut für Koptische Studien das systematische und akademische Studium der koptischen Sprache und Literatur fördern will und die Geschichte der Antike sowie koptischen künstlerischen Ausdrucksformen untersucht, wobei die Vergabe von Fachdiplomen und Doktorarbeiten zu diesen Themen vorgesehen sind.
Dr. Louay Mahmoud Saied, Direktor des Zentrums für koptische Studien an der „Bibliotheca Alexandrina“, betonte, dass Studien zur koptischen Sprache und Kultur auch einen wertvollen Beitrag zur Wahrung der pluralistischen Identität Ägyptens leisten und das Zusammenlebens der verschiedenen verschiedene religiöse Komponenten fördern könne. (GV) (Fides)

9. Juli 2019, Kampala, UGANDA - Katholischer Priester ermordet. – "Er war ein wahrer Diener Gottes und selbst der Tod ereilte ihn im Diens anseiner Mission", erinnerte sich Bruder Charles Dominic Kagoye, Sprecher der Brüder des heiligen Charles Lwanga zum Tod von Pater Norbert Emmanuel Mugarura, der am vergangenen 3. Juli gewaltsam ums Leben kam.
Der Geistliche soll von dem Studenten Robert Asiimwe, getötet worden sein, der bereits festgenommen wurde. Die Leiche des Priesters weist Anzeichen einer Strangulation auf. Der Student soll den Ordensmann beim versuchten Raub seines Autos ermordet haben.
Pater Norbert Emmanuel Mugarura war Generaloberer der Brüder des heiligen Charles Lwanga, einer Ordensgemeinschaft, die 1927 in Uganda gegründet wurde. Er war am am 27. Januar dieses Jahres in das Amt gewählt wurden, das er nur 158 Tage innehatte. P. Mugarura wurde am 28. Dezember 1972 im Dorf Buyanja in der Pfarrei Nyakibaare in der Diözese Kabale geboren. 1992 wurde er Postulant bei den Brüdern des hl. Charles Lwanga und legte am 6. Januar 1995 sein Gelübde ab. (L.M.) (Fides)

9. Juli 2019, Kinshasa, D. R. KONGO - Internationaler Strafgerichtshof führt Prozess gegen Bosco Ntaganda. – Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat den so genannten "Terminator", wie der frühere ruandische Rebellenführer Bosco Ntaganda genannt wird, zur Rechenschaft gezogemn, . Ihm werden 18 Anklagepunkte vorgeworfen, darunter 13 Kriegsverbrechen und fünf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die zwischen 2002 und 2003 in Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) begangen wurden.
Zu den Anklagen, für die Ntaganda für schuldig befunden wurde, gehören sexuelle Sklaverei, Massenvergewaltigung und Massaker an Zivilisten. Unter seinen Opfern befindet sich auch der Priester Boniface Bwanalonga, der während der Belagerung und der anschließenden Eroberung des Dorfes Mongbwalu im Oktober 2002 starb. Den vorgelegten Beweisen zufolge wurde der Priester von Ntagandas Kämpfern zusammen mit zwei Ordensfrauen gefangen genommen. Letztere wurden später freigelassen, über das Schicksal des Priesters ist bis heute nichts bekannt. In Mongbwalu wurden während der Belagerung über 200 Zivilisten getötet.
Mit diesem Prozess wird nur einen kleinen Teil der 25-jährigen Karriere des Milizführers verhandelt, während derer er zunächst die Kongolesische Patriotische Union (UPC) anführte. Später gründete Ntaganda andere bewaffnete Gruppen, die immer im Osten der Demokratischen Republik Kongo agierten, darunter der Nationaler Kongress zur Verteidigung des Volkes (CNDP) und die M23-Miliz.
In dem von dem Prozess berücksichtigten Zeitraum (2002-2003) hält die Staatsanwaltschaft Ntaganda für schuldig, fast 800 Todesfälle und 140.000 Vertriebene verursacht zu haben. NGOs sprechen von über 60.000 Menschen, die nach dem Ausbruch der Gewalt in Ituri 1999 ihr Leben verloren haben.
Das Urteil wird im Rahmen einer Anhörung in einigen Wochen gesprochen. Ntaganda könnte zu einer Haftstrafe von bis zu 30 Jahren verurteilt werden. (L.M.) (Fides)