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Aktuelle Afrikanachrichten

22. Juni 2018, Kinshasa, D.R. KONGO: Zivilbevölkerung flieht vor heftigen Gefechten aus Bergdörfern im Südkivu. – Heftige Gefechte mit zivilen Opfern zwingen Menschen zur Flucht aus den Hochlanddörfern der Region Uvira in der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dies teilen einheimische Beobachter und lokale Nichtregierungsorganisationen mit, die von Gefechten zwischen verschiedenen bewaffneten Gruppen mit Mai-Mai-Milizen berichten. Wie die Organisation ACMEJ/DH mitteilt, sollen sich die Basislager der bewaffneten Gruppen in der Ruzizi-Ebene und der benachbarten Region Fizi befinden.
„Laut lokalen Analysten zielen die Gefechte auf eine Balkanisierung der Region ab, die seit einiger Zeit vorangetrieben wird, um die Demokratische Republik Kongo zu teilen und die Region Kivu an Ruanda anzuschließen oder sie in einen vom des Rests der Demokratischen Republik Kongo unabhängigen Staat zu verwandeln", heißt es in einer Verlautbarung ACMEJ/DH.
"Die Rebellengruppen unterstehen dem Kommando des ruandischen Präsidenten Paul Kagame, während sie das kongolesische Volk täuschen, indem sie den Einwohnern sagen, dass es ihr Ziel sei, die Regimes von Ruanda Paul Kagame und des burundischen Präsidenten Peter Nkurunziza zu stürzen“, so ACMEJ/DH. Der wahre Zweck der Gefechte bestehe, Chaos zu verursachen, um die lokale Bevölkerung zur Flucht zu zwingen, denn Sobald das Gebiet von seinen Bewohnern befreit ist, kann es seiner Ressourcen beraubt werden: Gold, Coltan, Holz, Zinn und anderes.
ACMEJ / DH und andere Menschenrechtsorganisationen appellieren unterdessen an junge Kongolesen, sich nicht den Guerillagruppen anzuschließen und stattdessen den Militär- und Sicherheitskräften der Demokratischen Republik Kongo beizutreten, um Frieden und Ordnung wiederherzustellen. (L.M.) Fides

21. Juni 2018, Bangui, ZENTRAFRIKANISCHE REPUBLIK: Hinter Sicherheitsproblemen verbergen sich wirtschaftliche Interessen. – “Die Sicherheitsprobleme in unserer Region konzentrieren sich auf das Grenzgebiet zu Kamerun, hauptsächlich seit der Ankunft der Peul-Nomaden, die von Seleka-Rebellen geschützt werden", so der italienische Karmeliterpater Aurelio Gazzera, der als Pfarrer in Bozoum im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik tätig ist.
Die Peuls sind vorwiegend Viehhirten, die mit ihren Herden auf der Suche nach Weiden und Wasserquellen sind, wobei es auf dem Weg immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der sesshaften und ländlichen Bevölkerung kommt. "Es ist wie die Geschichte von Kain und Abel, so alt wie die Welt", so Pater Aurelio. Doch es gibt auch Verflechtungen mit modernen Formen der Investition. Die aus Nigeria stammenden Peul widmeten sich schon immer der Viehzucht und lebten verteilt über das Saharagebiet von West nach Ost, von Mali bis nach Äthiopien. "Was sich geändert hat“, so Pater Aurelio, ist die Tatsache, dass einflussreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs, Generäle und Unternehmer, einen Teil ihres Vermögens in Tausende von Rindern investieren, die sie dann den Peuls anvertrauen. Hinter den massiven Herdenbewegungen der Peul verbergen sich daher auch große wirtschaftliche Interessen. Die Gebiete, in denen der Staat sehr schwach oder völlig abwesend ist, wie in Zentralafrika, sind die privilegierten Ziele der Peul-Nomaden mit diesen riesigen Herden. Deshalb sind einflussreiche Investoren aus Afrika daran interessiert, das bestimmte Teilen des Kontinents eine Art Niemandsland bleiben, wo es möglich ist, das die Herden unter völliger Missachtung der Bedürfnisse der Menschen vor Ort weiden“, so der Missionar.
„Im Rest der Region herrscht Ruhe“, so Pater Aurelio abschließend, „Besonders kritische bleibt die Situation in der Gegend um Bambari und Bria, wo mehrere Banden, die sich aus ehemaligen Seleka-Rebellen und ihren ehemaligen Gegnern, den Anti-Balaka-Rebellen zusammensetze, um die Kontrolle von Diamantenminen oder einfach nur um Straßenkontrollen kämpfen, um Geld zu erpressen. Auch sie haben kein Interesse daran, Staat und Ordnung wieder herzustellen". (L.M.) Fides

20. Juni 2018, Juba, SÜDSUDAN: Kiir und Machar verhandeln in Addis Abeba über ein neues Friedensabkommen. – Die beiden Hauptakteure eines der dramatischsten aktuellen Bürgerkriege, treffen sich heute am heutigen 20. Juni in Addis Abeba. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir und der ehemalige Vizepräsident des Südsudan Riek Machar wollen in der äthiopischen Hauptstadt ein Abkommen zur Beendigung des im Dezember 2013 ausgebrochenen Bürgerkriegs finden, infolgedessen mindestens zwei Millionen Menschen in die Nachbarländer, insbesondere nach Uganda, fliehen mussten und rund vier Millionen Bürger als Binnenflüchtlinge im eigenen Land leben. Das Treffen, das am heutigen Weltflüchtlingstag stattfindet, ist das erste nach dem Scheitern eines ersten Friedensabkommens im Juli 2016.
Der Südsudan ist seit 2011 vom Sudan unabhängig. Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg ist die Regierung von Juba bankrott und eine Hyperinflation, die 2016 ihren Höchststand bei 500 Prozent erreichte und 2017 auf 155 Prozent zurückging, hat die Preise nach oben getrieben. Die Ölproduktion, aus der der Südsudan 98 Prozent seiner Einnahmen bezieht, ist nach Angaben der Weltbank von 350.000 Barrel pro Tag auf 120.000 Barrel pro Tag gefallen. Juba, das drei Viertel der ehemaligen Ölreserven des Sudan besitzt, ist beim Export von den Raffinerien und Pipelines des nördlichen Nachbarn abhängig.
Der Konflikt hat auch die landwirtschaftliche Produktion stark eingeschränkt, was wiederum eine ernste Nahrungsmittelkrise verursacht hat. Im Jahr 2017 gab es im Südsudan eine Hungersnot, von der rund 100.000 Menschen betroffen waren. In diesem Jahr werden nach Angaben der Vereinten Nationen sieben Millionen Südsudanesen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, Nahrungsmittelhilfe benötigen.
(L.M.) Fides

20. Juni 2018, Bangui, ZENTRAFRIKANISCHE REPUBLIK: Milizen greifen Nichtregierungsorganisationen und UN-Soldaten an. – In Bambari ist die Lage dramatisch: Die Bevölkerung ist den Milizen ausgeliefert. Es weder Trinkwasser noch Lebensmittel oder Medizin. Kinder können keine Schulen besuchen. So beschreibt das Team des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) die Situation in der zweitgrößten Stadt der Zentralafrikanischen Republik nördlich von Bangui nach monatelangen Gefechten. "Bei Bambari“, so Aurora Mele, eine Mitarbeiterin des JRS, „gibt es gemischte Milizen. Die Anti-Balaka-Kämpfer befinden sich am linken Ufer des Flusses, die ehemalige Seleka-Soldten auf der rechten Seite. Die beiden Gruppen gründen kriminelle Banden, die das Chaos ausnutzen, um sich mit Plünderungen zu bereichern“. Vor den Zusammenstößen der Fraktionen fliehen die Menschen, die gezwungen sind an anderen Orten Zuflucht zu suchen. Auf der Flucht sterben viele Menschen und die Häuser, die sie hinterlassen werden geplündert. Für humanitäre Helfer ist es sehr schwierig, Programme durchzuführen, die eine gewisse Kontinuität aufweisen, auch weil sie selbst und ihre Strukturen Drohungen und Plünderungen ausgesetzt sind.
Mindestens ein Drittel der anwesenden NGOs hat die Stadt verlassen. Andere haben das Personal auf ein Minimum reduziert. "Die Basis des JRS“, beklagt Jean François Alain Ospital, der das Büro von JRS in Zentralafrika leitet, „wurde in den ersten Tagen des Konflikts angegriffen und geplündert. Deswegen können wir keine weiteren Mitarbeiter schicken, auch wegen der anhaltenden Unsicherheit".
Selbst Einrichtungen der katholischen Kirche arbeiten unter großen Schwierigkeiten. "Ein guter Teil der Ordensleute, die noch vor Ort sind werden bedroht“, bestätigt Jean François Alain Ospital. "Eine Schwesterngemeinschaft, die geblieben ist leitet dort weiterhin eine Schule. Miterbeiter der Diözese sind geblieben und führten die Aktivitäten in der Schule von Michel Maitre fort. Die diözesane Caritasstelle setzt die humanitären Programme Aktionen. Der Verein „Enseignement Catholique Associé“ setzt die Bildungsinitiativen fort. Auch in Krisenzeiten blieb der Bischof in Barbari".
Angesichts dieser Spannungen sind die Blauhelme der Vereinten Nationen nach einer anfänglichen Untätigkeit aktiv geworden und konnten einige Stadtteile zurückerobern. Ein Teil der Stadt Bambari wurde befreit, aber die UN-Patrouillen werden oft von bewaffneten Gruppen angegriffen. (EC) Fides

19. Juni 2018, Johannesburg, SÜDAFRIKA: Katholische Kirche verurteilt zweiten Anschlag auf Moschee innerhalb eines Monats. – Die katholische Kirche in Südafrika verurteilt den Anschlag auf die Moscheen Malmesbury, rund 65 km nördlich von Kapstadt, am vergangenen 14. Juni. "Im Namen der katholischen Bischöfe des südlichen Afrikas und der katholischen Kirche möchten wir unseren tiefen Schock und unser Entsetzen über die Gräueltaten in der Moschee in Malmesbury zum Ausdruck bringen", heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz des südlichen Afrika (SACBC), Erzbischof Stephen Brislin von Kapstadt, "Wir sprechen den Familien derer, die bei diesem brutalen Angriff ums Leben gekommen sind, unser aufrichtiges Beileid aus und beten, dass der Allmächtige ihnen Trost spenden möge. Wir beten auch dafür, dass die muslimische Gemeinde in Malmesbury, die nach dem Anschlag auf den heiligen Ortes erschüttert ist, Kraft und Trost finden möge."
Am frühen Morgen des 14. Juni war ein mit einem Messer bewaffneter Mann in die Moschee eingedrungen. Der dort griff er insgesamt vier Personen an, von denen zwei, darunter der 74-jährige Imam, starben. Der Attentäter selbst wurde von der Polizei getötet. Dies ist der zweite Anschlag auf eine Moschee in Südafrika innerhalb eines Monats. Am vergangenen 10. Mai, stürmten drei mit Gewehren und Messern bewaffnete Männer kurz nach dem Mittagsgebet die Imam Hussein-Moschee in Verulam (Durban), stachen auf drei Menschen ein und steckten die Moschee in Brand. Bei dem Anschlag kam der Imam ums Leben, während zwei weitere Personen verletzt wurden.
„Seit dem Angriff auf die Moschee in Verulam ist bereits über ein Monat vergangen. Wir fordern die Polizei auf, unermüdlich weiter zu ermitteln, damit die Täter vor Gericht gebracht werden können", bemerkt Bischof Brislin. "Obwohl die Umstände des Anschlags auf die Moschee in Malmesbury sich von denen der Tat in Verulam zu unterscheiden scheinen, müssen gründlich Ermittlungen im Hinblick auf die Motive beider Angriffe durchgeführt werden."
Abschließend bittet der Erzbischof darum, dass diese Taten nicht dazu missbraucht werden, um das Land durch angeblich religiös motivierte Gewalt ins Chaos zu stürzen. "Wir werden es nicht zulassen, dass diejenigen, die finstere Beweggründe haben, die Glaubensgemeinschaften gegeneinander aufbringen oder Spannungen innerhalb religiöser Gruppen verschärfen. Wir rufen alle Südafrikaner dazu auf, bedingungslosen Respekt für das menschliche Leben und ihre Verpflichtung zum Einsatz für den Frieden zu zeigen“. (L.M.) Fides

18. Juni 2018, UGANDA: „Wir heilen die von der LRA zugefügten Wunden”. – „Die Lage im Norden Ugandas ist heute ruhig. Die Bedrohung durch die LRA gehört der Vergangenheit, da diese Guerillagruppe nicht mehr in Uganda aktiv ist, sondern in einigen Gebieten in Nachbarländern wie der Demokratischen Republik Kongo, dem Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik ", so der Vorsitzende der Ugandischen Bischofskonferenz, Erzbischof John Baptist Odama von Gulu im Gespräch mit Fides am Rande des Ad-Limina-Besuchs der Ugandischen Bischöfe in Rom. "Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht mehr wachsam sein müssen. Die Entwicklung muss ständig überwacht werden, um zu verhindern, dass die LRA nach Uganda zurückkehrt", so der Erzbischof weiter.
Die Lord's Resistance Army (LRA) war Jahrzehnte lang im Norden Ugandas aktiv, insbesondere im Gebiet der Erzdiözese Gulu, die die Zivilbevölkerung terrorisierte und die Einwohner dazu zwang, in Kirchen und geschützten Flüchtlingscamps Schutz vor der Gewalt der Guerillas zu suchen. Die LRA ist auch bekannt für die Rekrutierung von Kindersoldaten, bei denen schwere psychische Schäden entstehen.
"Die Kirche unterstützt die Bevölkerung weiterhin bei der Heilung der tiefen Wunden, die die LRA in all diesen Jahren sowohl auf materieller als auch auf psychischer und spiritueller Ebene verursacht hat“, so Erzbischof Odama. „Wir organisieren friedensbildende Seminare und interreligiöse Arbeitsgruppen, um hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Wir investieren in die Katholische Universität des Heiligen Herzens von Gulu, um die schwersten Probleme der Nachkriegszeit anzugehen: psychologische und psychiatrische Traumata. Davon ist nicht nur die Bevölkerung im Norden Ugandas betroffen, sondern das ganze Land und sogar die Menschen in Nachbarländern, wie den Südsudan, die Demokratische Republik Kongo und Zentralafrika. Wir versuchen daher, die akademische Ausbildung zu fördern, damit wir Psychologen haben, die die Menschen begleiten."
„Die Ursachen, die zur Gründung der LRA geführt haben, sind vor allem auf die schlechte Regierungsführung zurückzuführen, die wir in der Vergangenheit hatten", so der Erzbischof. "Dank der Operationen unseres Militärs ist die LRA aus dem Norden Ugandas vertrieben worden, aber die Bedingungen, die zur Gründung der LRA führten, sind größtenteils nicht bekämpft worden, vor allem die extreme Armut in der Region, der man entschlossen entgegenwirken werden muss. Es gibt jedoch konkrete Anzeichen und einige Verbesserungen, die uns hoffen lassen, wie der Bau neuer Straßen und die Modernisierung des Stromnetzes", so der Vorsitzende der ugandischen Bischofskonferenz abschließend. (L.M.) Fides

16. Juni 2018, Lilongwe, MALAWI: Päpstliche Missionswerke der Vereinigten Staaten und Afrika fördern Agrarsektor. – "Wir können nicht erwarten, dass traditionelle, auf Konsum ausgerichtete Entwicklungshilfe uns aus der Armut herausführt. Die Kirche in Afrika muss sich von der Abhängigkeit von externen und langfristig nicht tragbaren Spenden zu Selbständigkeit oder Selbsthilfe verändern und zwar durch Investitionen in den Agrarsektor", so Erzbischof Thomas Msusa von Blantyre auf einer Konferenz über landwirtschaftliches Unternehmertum in Afrika, die vom 12. bis 13. Juni im Pastoralzentrum Msamba in Lilongwe in Malawi stattfand.
Der Delegierte der Päpstlichen Missionswerke der USA, John O'Neil, forderte junge, afrikanische Unternehmer aus dem Landwirtschaftssektor auf, niemals auf Professionalität, Enthusiasmus und den Gemeinschaftsbewusstsein zu verzichten: „Ihr leistet harte Arbeit und wir schätzen euer Engagement. Bitte verliert nicht euren Elan und die Inspiration. Ihr seid nah an einer Lösung der Probleme Afrikas und dieses Treffen stellt es unter Beweis. Wir danken euch für die Durchführung dieser Initiative", so O'Neil.
„Afrika ist ein reicher Kontinent, der durch schlechte Regierungsführung, Bürgerkriege, Korruption und die Verbreitung von HIV / AIDS zerstört wurde. Die Zeit ist reif für Veränderungen, damit wir Nahrung haben die Welt ernähren. Ein Mentalitätswandel und die Unterstützung der US-amerikanischen Päpstlichen Missionswerke werden uns dabei unterstützten. Wir müssen die Fähigkeiten der Ortskirche fördern, die verfügbaren Ressourcen zu nutzen und uns um Wohlstand bemühen, damit wir selbst in der Lage sind, zu geben", so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kenia Pfarrer Bundi.
Die Tagung brachte Wissenschaftler, Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke und Landwirtschaftsexperten aus Tansania, Kenia, Burundi, Uganda, Sambia, Ghana, Ruanda, Nigeria, Malawi sowie Vertreter der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten zusammen. (L.M.) Fides

15. Juni 2018, UGANDA: Bischöfe beklagen Zunahme von Kriminalität. – „Wir stellen mit großer Sorge fest, dass in unserem Land Entführungen, organisiertes Verbrechen und Mord zunehmen", so die Bischöfe von Uganda in der Abschlusserklärung zu ihrer Vollversamlung, die am 8. Juni zu Ende ging.
"Wir bitten die Regierung und alle Sicherheitskräfte, ihre Anstrengungen zu verstärken, um das Leben und das Eigentum der Ugander zu schützen" schreiben die Bischöfe, die auch an die Täter appellieren und sie bitten, „Menschenleben zu respektieren“.
Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 verzeichnete die ugandische Polizei insgesamt 42 Fälle von Entführungen zum Zweck der Erpressung im ganzen Land, insbesondere in der Hauptstadt Kampala. Die meisten Opfer sind Frauen und Kinder. Die Zahlung des Lösegeldes durch die Familien der Entführten garantiert dabei nicht immer die Freilassung der Geiseln und ihre Rückkehr. Bei einer groß angelegten Protestaktion am vergangenen 6. Juni stellten Aktivisten leere Särge vor dem Parlament ab, um damit gegen die Untätigkeit der Polizei zu protestieren.
In ihrem Dokument üben die Bischöfe auch Kritik am National Biosafety Act zur Leglisierung von Genmanipulierung, das 2017 vom Parlament verabschiedet wurde und noch vom Präsidenten unterzeichnet werden muss. Nach Ansicht der Bischöfe bietet der Text in seiner jetzigen Form keine ausreichenden Garantien zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den negativen Auswirkungen und "öffnet den Unternehmen die Tür, die in der Praxis unsere Kleinbauern zu Sklaven machen“. Die Bischöfe empfehlen eine Änderung des Gesetzes oder desen Rücknahme.
Die Bischöfe bitten auch um Hilfe für Flüchtlinge, die in Uganda Zuflucht gesucht haben. Eine Million Südsudanesen leben im Norden des Landes in den Diözesen Arua und in der Erzdiözese Gulu, während Tausende von Flüchtlingen aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi in den Diözesen Kasese, Hoima und Fort Portal ankamen. Die Kirche unterstützt diese Menschen durch Hilfsprogramme von Caritas Uganda in Zusammenarbeit mit verschiedenen NGOs und staatlichen Stellen. In diesem Zusammenhang beklagen die Bischöfe jedoch auch Fälle von Korruption und Missmanagement von Geldern, die für Flüchtlinge bestimmt sind.
Abschließend kündigt die Ugandische Bischofskonferenz die baldige Gründung eines katholischen Fernsehsenders namens Uganda Catholic Television (UCT) an, der von den Kommunikationsbehörden des Landes grünes Licht gegeben haben. (L.M.) Fides

13. Juni 2018, Bamako, MALI: Humanitäre Krise - Menschen fliehen vor Wasserknappheit, Dürre und Hunger”. – Im Norden Malis spitzt sich die humanitäre Krise zu. Dies dokumentiert ein Dossier, das des italienischen christlichen Hilfswerks "Lvia". "Die Menschen fliehen weiterhin", so Ousmane Ag Hamatou, Tuareg und Koordinator der "Lvia" -Projekte in Mali. "Nach den von uns gesammelten Daten leben 144.000 Malier derzeit als Flüchtlinge in Niger, Mauretanien und Burkina Faso. Dazu kommen 52.000 Binnenflüchtlinge, die im Süden des Landes Sicherheit gesucht haben. Als NGO arbeiten wir daran, die Voraussetzungen für die Rückkehr dieser Menschen zu schaffen". Der NGO ist es bereits gelungen, 200 Familien in ihre Heimat zurück zu führen.
In der Region Goa beklagt das Dossier Wasserknappheit: der Fluss Niger ist der größte Wasserlauf, der bisher die von der lokalen Bevölkerung genutzten Brunnen speiste. Bei den Gefechten wurden jedoch viele dieser Brunnen zerstört. So haben heute nur 28% der Bevölkerung Zugang zu sicheren Wasserquellen, weniger als jeder Dritte. "Lvia“, so Ousmane Ag Hamatou, „betreut in Zusammenarbeit mit Echo (Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission) und Minusma (UN-Mission in Mali) insgesamt 124 Wasserstellen, die saniert werden. Damit haben fast 85.000 Menschen Zugang zu Trinkwasser erhalten“.
Neben Wasser ist nach Angaben des Hilfswerks auch Essen knapp. Gegenwärtig seien 274.000 Kinder stark unterernährt und 582.000 Kinder sind von mittelschwieriger Unterernährung betroffen. Schon jetzt liege die Rate schwerer akuter Unterernährung über 10 Prozent und damit deutlich über den Alarmgrenzen. Der Mangel werde sich in den kommenden Monaten tendenziell verschlechtern. Prognosen zufolge werde von Juni bis August mehr als 4,3 Millionen Menschen (jeder Vierte) Nahrungsmittelknappheit aufgrund von Ernteengpässen haben. "Es herrscht eine ernste Notlage", so Ousmane Ag Hamatou. "In der Region Gao sowie in der gesamten Sahelzone sind Dürren und knappe landwirtschaftliche Produktion die Ursachen die häufigsten Krisen. Um dieser Situation entgegenzutreten, unterstützen wir Landwirte und Hirten, damit diese sich nicht verschulden müssen und gezwungen sind, ihre Tiere zu verkaufen oder junge Menschen sich gezwungen sehen Arbeit in der Stadt oder im Ausland zu suchen".
Seit 1986 ist Lvia in der Region Gao aktiv. Zwischen 2012 und 2013 war die NGO gezwungen, das Gebiet wegen der Verschärfung der Kämpfe zwischen der Armee und den Rebellen zu verlassen. Im Jahr 2014 wurden die Projekte jedoch wieder aufgenommen. Heute gehört das italienische Hilfswerk zu den wenigen NGOs, die immer noch unter sehr schwierigen Bedingungen im Norden tätig sind. (EC) Fides

13. Juni 2018, Bangui, ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK:- Bischöfe und Imam: “Wir dürfen Instrumentalisierung der Religion nicht zulassen. – „Religion wird benutzt, um Hass unter der Bevölkerung zu schüren und eine Spaltung des Landes zu hervorzurufen", beklagen sowohl die katholischen Bischöfe als auch die Imame der Zentralafrikanischen Republik in ihren jeweiligen Botschaften zur Lage in der Zentralafrikanischen Republik.
"Wir möchten die Aufmerksamkeit der Zentralafrikaner auf das Phänomen der blinden Rache lenkten, das zu einem Völkermord führen und damit zur Realisierung eines versteckten Programms beitragen könnte, das uns spalten will. Zentralafrikaner müssen wissen, dass sie sie als Geisel genommen und für machiavellistische Zwecke benutzt werden sollen. Wir müssen wachsam bleiben, um eine solche Manipulationen zu vermeiden“, so die katholischen Bischöfe in ihrem Memorandum.
"Die seit einiger Zeit in Zentralafrika stattfindenden Gewaltakte zielen darauf ab, die politische Krise in eine konfessionelle Krise zu verwandeln", so die islamischen Religionsführer in ihrer Botschaft. Katholische, evangelikale und muslimischen Religionsvertreter in der Zentralafrikanischen Republik verurteilen einstimmig die Gewalt, und schließen sich zusammen, „um die säkulare Staatsform unseres Landes und die durch die Verfassung garantierten Religionsfreiheit zu bekräftigen“ und „um denjenigen den Weg zu versperren, die die politische Krise in eine Krise zwischen Gemeinschaften und Religionen verwandeln wollen", so die Imame. (L.M.) Fides

13. Juni 2018, Mbandaka D.R. KONGO: Aufklärungskampagne: Schulkinder singen “Ebola, Go away!”. – In Mbandaka, einer Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern in der Demokratischen Republik Kongo, wurde eine großangelegte Aufklärungskampagne zur Vorbeugung der Verbreitung einer am 8. Mai in der nordwestlichen Provinz ausgebrochtenen Ebola-Epidemei statt.
Im Rahmen der Kampagne engagieren sich die Regierung und internationalen NGOs, doch viele der effektivsten Initiativen werden von den örtlichen Gemeinde auf den Weg gebracht. In der Erzdiözese Mbandaka-Bikoro wurden zum Beispiel Sakramente wie Taufen und Beerdigungen ausgesetzt, um das Risiko der Übertragung des Virus zu vermeiden.
"Ebola ist real, es existiert wirklich", betonte ein Vertreter der Gemeinde Mbandaka bei einer Kundgebung in der Nähe eines städtischen Marktes. "Wir dürfen nicht auf die Gerüchte und Lügen hören, die sich verbreiten und besagen, dass es sich um ein Märchen handelt oder um eine internationale Verschwörung oder gar Hexerei".
Lehrer der Schulen in Mbandaka bestehen darauf, dass sich die Schüler vor Beginn des Unterrichts die Hände waschen und die Körpertemperatur messen und brachten ihnen Lied "Ebola, go away!" bei, das die Kinder auch zuhause singen sollen.
Dies ist die neunte Ebola-Epidemie, seit der erste Fall von Ebola 1976 entdeckt wurde. Seit dem vergangenen 8. Mai wurden 58 Fälle registriert. (AP) Fides

12. Juni 2018, Kinshasa, D.R. KONGO: Katholische Laien fordern Aufklärung des Todes eines Bürgerrechtlers. – Die Umstände des Todes des Bürgerrechtsaktivisten Luc Nkulula von der Bewegung „Lutte pour le Change" (LUCHA) sind unklar. Seine verkohlte Leiche wurde in der Nacht vom 9. bis 10. Juni in seiner Wohnung in Goma der Hauptstadt von Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) gefunden. Laut den Mitgliedern von LUCHA wurde Nkulula Opfer eines Attentats.
as Koordinationskomitee der katholischen Laien (CLC), das die Protestmärsche gegen Präsident Kabila organisierte, äußerte sich "bestürzt" über den Tod des Aktivisten forderte die Aufklärung der Todesumstände. Wie viele andere kongolesische Bürgerbewegungen hatte sich LUCHA, den von den Laien veranstalteten Märschen gegen das Regime von Joseph Kabila Regime angeschlossen, die von der Polizei blutig unterdrückt wurden. Beim letzten Marsch wurde der Katholik Rossy Mukendi Tshimanga von der Bewegung „Collectif 2016“ ermordet, die ebenfalls fordert, dass Joseph Kabila, sich formell dazu verpflichtet, bei den Wahlen Ende Dezember nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.
Bereits im vergangenen Monat erklärte der Laienverband CLC, man sei empört über die Tatsache, dass „die Partei des Präsidenten große Ressourcen für die Finanzierung von Wahlpropaganda mobilisiert, während die gesamten Organisation des Wahlprozesses durch das Unabhängiges Nationales Wahlkomitee(CENI) verzögert wird“.
Mit dem Ende der zweiten und letzten von der Verfassung vorgesehenen Amtszeit von Joseph Kabila im Dezember 2016 geriet die Demokratische Republik Kongo in eine schwere politische und soziale Krise, bei der es zu zahlreichen Protestkundgebungen der Opposition und zivilgesellschaftlicher Organisationen kam.
Die Katholische Bischofskonferenz des Kongo (CENCO) übernahm unterdessen eine vermittelnde Rolle bei den Verhandlungen, die am 31. Dezember 2016 zur Unterzeichnung eines Abkommens zwischen dem Präsidenten und der Opposition führte, das jedoch nie in seiner Gesamtheit umgesetzt wurde. Die vollständige Umsetzung des Antrags fordern Protestinitiativen verschiedener Bewegungen, die von der katholischen Kirche unterstützt werden.(L.M.) Fides