Unsere Verstorbenen 2021

P. Friedrich Stenger verstorben.

Am 17.03.2021 verstarb in München, P. Fritz Stenger, der Missionar in Äthiopien, Sambia und Deutschland war.

P. Stenger wurde am 22.12.1942 in Aschaffenburg geboren.
Seine Schulzeit verbrachte er in Aschaffenburg und legte das Abitur in Großumstadt ab.
Sein Philosophiestudium begann er bei den Weißen Vätern in Trier, gefolgt vom Noviziat in Hörstel.
Danach folgte das Theologiestudium in Kanada, in Ottawa. Dort legte er 1970 den ewigen Eid ab und wurde im Jahr darauf in seiner Heimatdiözese Würzburg zum Priester geweiht.
Im Jahr 1972 wurde er nach Äthiopien ausgesandt, wo er am Seminar in Adigrad unterrichtete.
Ende 1974 begann er eine Zeit in der missionarischen Bewusstseinsbildung in Walpersdorf.

Im Oktober 1976 folgte die Ausreise nach Sambia, die vor Ort mit dem Erlernen der Sprache in Chinzali begann. Mehrere Jahre lebte und arbeitete er als Missionar in verschiedenen Gemeinschaften in Sambia.
Im Juni 1980 begann er eine journalistische Ausbildung bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Diese erworbenen Grundlagen nutze er für eine spätere Tätigkeit bei der Kontinente Redaktion in Köln.

Im Herbst 1989 reiste er wieder nach Sambia aus, um dort zuerst in der Pastoral einer Pfarrei mitzuwirken und später am Priesterseminar in Lusaka zu unterrichten.
Im März 2000 wurde er in London zum Doktor der Philosophie promoviert. Im September der gleichen Jahres erfolgte die Ausreise nach Kenia, wo er in Nairobi am
Tangaza College unterrichtete.

Im Herbst 2009 finden wir den Mitbruder in der Diözese Wa in Nordghana, wo er Professor am Sozialinstitut des Bistums ist.
Hieran schließt sich ein Aufenthalt als Bibliothekar in Generalat der Weißen Väter in Rom an, wo er bis 2017 wirkt.
Seitdem lebte er in München, wo er an den Folgen einer Operation verstarb.



P. Hans Schmidt verstorben

Am 08.03.2021 verstarb in Soest, P. Hans Schmidt. Er war lange Jahre Missionar im Kongo, in Deutschland und lebte in den vergangenen Jahren mit seinem Zwillingsbruder Heinz, der Priester des Bistums Münster ist, in Lippetal zusammen.

P. Hans Schmidt wurde in Sendenhorst geboren. Neben drei Geschwistern, zwei Schwestern und einem Bruder, war er der jüngste. Sein Zwillingsbruder war eine halbe Stunde älter. Seine Eltern waren 1935 nach Sendenhorst gezogen um, um dort eine Drogerie zu eröffnen zu eröffnen.
Ab Ostern 1947 besuchte Hans die Volksschule in Sendenhorst. Wenn er nach seinem Berufswunsch gefragt wurde, so kam auch der Priesterberuf in Frage, aber ernsthafter war doch der Wunsch, Drogist zu werden. 1953 starb plötzlich sein Vater, und damit war seine Mutter gezwungen, die Geschäftsführung zu übernehmen.
Leider war ein Besuch der höheren Schule damals aus finanziellen Gründen nicht möglich. Als Ostern 1954 sein Zwillingsbruder vom siebten Schuljahr aus auf das staatlich anerkannte Progymnasium nach Rietberg ging, durfte Hans ihm im Herbst 1954 folgen. Da ihm das Lernen nicht schwerfiel, wurde ihm die Möglichkeit geboten, die ersten drei Klassen in anderthalb Jahren zu machen. Nach der Obertertia wechselte er nach Großkrotzenburg. 1962 legte er sein Abitur ab und ging zum Philosophiestudium nach Trier. Dem folgte das Noviziat in Hörstel und darauf das Scholastikat in Héverlé. Dort legte er 1968 seinen Missionseid ab. Im Juni 1969 empfing er in Verl die Priesterweihe.

Mit der Ernennung nach Zaire ging 1969 sein großes Ziel in Erfüllung. In Bukavu begann er mit dem Sprachstudium. Als Vikar in Nyantondo machte er seine ersten pastoralen Erfahrungen. Die hilfreiche Einführung der Mitbrüder und Christen machten ihm die Eingewöhnung leicht.
Schon 1973 wurde er in die Deutsche Provinz gerufen und begleitete die Studenten in Frankfurt bis 1977. Zurück im Zaire, war Hans bis 1981 Vikar in Bagira. Verschiedene Weiterbildungskurse unterbrachen seine Pastoralarbeit. 1990 – 93 machte Hans seinen zweiten Heimateinsatz als Missionsreferent in Münster.

Von 1994 an arbeitete er in den Diözesen Bukavu und Lumbumbashi. 1998 bis 2004 war Hans ein beliebter Pfarrer in St. Monika, Köln/Nippes.
Doch es zog ihn wieder nach Zentralafrika in die Region um den Kivu-See.
Wegen seiner Diabeteserkrankung und den Folgeschäden an Augen, Leber und Nieren kam Hans 2010 nach Deutschland zurück. Seinen Ruhestand verbrachte er mit seinem Bruder in Lippborg-Herzfeld wo sie gemeinsam in der Pastoral arbeiteten.

Hans war sehr beliebt in der Gemeinde. Pfr. Jochen Kosmann würdigte ihn während der Beisetzung als sehr zugewandten und volkstümlichen Seelsorger. Als Priester und Seelsorger hat er seinen Glauben mit vielen Menschen geteilt und sie im Vertrauen auf die Gegenwart Gottes in unserer Welt gestärkt. Er wurde auf der Priestergruft in Lippborg unter großer Anteilnahme beigesetzt.


Pater Georg Luckner verstorben

Am 01.03.2021 verstarb in Hechingen P. Georg Luckner der lange Jahre Missionar in Burundi und in Deutschland war.

P. Georg Luckner wurde am 18.05.1934 In Marienwerder/Westpreußen als drittes von acht Kindern geboren. Von Ostern 1940 bis zum Sommer 1944 besuchte er die Volksschule und danach ein Jahr die erste Klasse des dortigen Gymnasiums.

Sein Vater wurde 1940 zum Heeresdienst einberufen.
Durch Kriegseinwirkungen wurde seine Mutter gezwungen, mit den Kindern die Heimat zu verlassen. Sie kamen nach Danzig, wo sie ihren Vater zum letzten Mal sahen. Von dort fuhren sie mit einem Hilfskreuzer nach Dänemark und wurden auf einer Insel vor Kopenhagen interniert.

Unter den 18000 Flüchtlingen waren auch viele Lehrer, die eine Volks- und eine Oberschule eröffneten. Nach Auflösung des Lagers wurde die Familie mit einem Transport nach Hechingen und von dort nach Trillfingen gebracht.

1948 durfte Georg in die Missionsschule in Haigerloch eintreten. Ostern 1951 wechselte er auf das Kreuzburg-Gymnasium in Grosskrotzenburg, wo er 1955 sein Abitur ablegte. In Trier studierte er Philosophie, ging nach Gap ins Noviziat und studierte Theologie in Karthago. Dort legte er 1961 seinen Missionseid ab. Die Priesterweihe empfing er im gleichen Jahr in Aalen/Württemberg.

Als Afrikamissionar wirkte Georg von 1962 an in verschiedenen Diözesen in Burundi. In Mukene und Ijene (Ngozi) lebte er sich als Vikar in seine neue Umgebung und Arbeit ein. Dann wurde er Pfarrer in Rugari, Ijene und Gitaramuka. Während seines Sabbatjahres 1978-80 belegte er einen Pastoralkurs in Mainz, nahm an der Aktion Missio teil und an den Großen Exerzitien in Jerusalem. Nach seiner Rückkehr übernahm er wieder die Pfarrstelle in Ijene bis 1996. Dann war es Zeit für einen Sonderurlaub. Diesen nutzte Georg, um an einem Kurs in Kanada bei Mme. Gouindon teilzunehmen.

Mit Beginn seiner Herzprobleme 2004 und einer Diabeteserkrankung musste Georg regelmäßig alle zwei Jahre nach Deutschland kommen. 2012 entschloss er sich, endgültig von seinem geliebten Burundi Abschied zu nehmen und in den Sektor zurückzukehren. In Haigerloch/Hechingen, nahm er seinen Ruhesitz. Nach längerer Krankheit ist er dort am 01.03.2021 verstorben.