Ein Adieu ans Kölner Afrikanum

Wer hätte das damals gedacht, was aus diesem Hause einmal alles geworden ist, als am 22. November 1963 der Grundstein zum Afrikanum im Kölner Norden gelegt wurde?
Es sollte als Wohnheim besonders afrikanischen Studenten dienen mit dem Ziel, Führungskräfte für die damals noch jungen Staaten Afrikas heranzubilden.
Bis 1970 beherbergte es neben den rund 250 afrikanischen Auszubildenden auch eine Anzahl deutscher Studenten, die ihnen zu einer schnelleren Integration verhelfen sollten.

Ab 1970 wurde das Afrikanum zur Zentrale für die deutsche Provinz der Weißen Väter. Hier arbeitete der Provinzial mit seinem Team; hier nahm der Provinzökonom Geld an und gab es auch wieder weiter; hier richtete sich die Redaktion von Kontinente ein, aber auch seit 1976 das Team der sehr beliebten Missionarischen Jugendtreffs.
Für die Mitbrüder, die aus Afrika zum Heimaturlaub kamen und wieder dorthin zurückflogen, wurde das Afrikanum zum „Vaterhaus“.

Es war ein wegen seiner guten Verkehrsanbindung geeigneter Ort für Treffen aller Art, der Mitbrüder aus Deutschland zu ihren regelmäßigen oder spontanen Sitzungen wie auch der Missionare zu internationalen Zusammenkünften. Hier nahm sich Br. Erwin der Afrikaner mit ihren vielen Problemen an, aber auch der Kinder, die unbegleitet in Köln landeten.

Hier wurden Feste gefeiert und Freundestreffen für unsere Wohltäter veranstaltet.
Die Patres fuhren an den Wochenenden in die verschiedenen Pfarreien in und um Köln zur Gottesdienst-Aushilfe, stellten aber auch für die benachbarte Pfarrei St. Monika jahrzehntelang den Pastor.
So erlangten die Weißen Väter auch einen gewissen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad.

In Afrika war das Kölner Haus mehr als bekannt. Es war die Anlaufstelle für Afriner schlechthin. Ob Kardinäle, Bischöfe, Priester, Ordensfrauen und Ordensbrüder.
Über mehrere Jahre hinweg lag die durchschnittliche Besucherzahl der Kölner Zentrale jährlich bei 2600. Das alles bedeutete eine eingespielte Logistik von der Küche bis zur Reinigung, der Pforte, dem Garten, der Instanthaltung. Bei allem Tun blieb die Kapelle das Zentrum des Afrikanums, wo sich die Mitbrüder die nötige Kraft holten für ihre eigenen Aufgaben und sie ebenfalls für die Menschen in Afrika zu erbitten.

In den letzten Jahren schwanden allmählich die eigenen Kräfte, um ein solches Werk weiter aufrecht zu erhalten: Alter, Krankheit und Tod nötigten uns, nach einer neuen, entsprechenden Herberge zu suchen. Wir wurden endlich im Kölner Zentrum fündig: St. Maria in der Schwalbengasse (betreutes Wohnen und Pflege). Im Juni soll der Exodus beginnen. Damit endet eine Ära in der Geschichte der Weißen Väter. Wir haben diese Aufgabe als Werk für Gott und die uns anvertrauten Menschen verstanden und wollen es im Gebet weiterführen.
Darum ein dankbares Adieu an das Kölner Afrikanum!
P. Otto Walter, M.Afr


Das Foto unten zeigt das neue Domizil der Afrikamissionare in der Schwalbengasse 3-5 in der Kölner Innenstadt. Fotos: P. H.M. Hürter, M.Afr
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