Unsere Verstorbenen 2022

Bruder Josef Averesch verstorben

Am 18. August 2022 verstarb in Trier, Bruder Josef Averesch, der lange Jahre Missionar in Burundi, Ruanda und Deutschland war.

Josef wurde am 30. Juli 1929 in Sassenberg, geboren.
Sein Vater arbeitete als Maurer und seine Mutter kümmerte sich um die Erziehung ihrer zwei Töchter und ihrer vier Söhne, von denen Josef der jüngste war.
Zwei Brüder gingen zu den Franziskanern, der dritte Bruder fiel im
Zweiten Weltkrieg.
Josef absolvierte nach der achtjährigen Grundschule eine Berufsausbildung als Buchdrucker. Nach Abschluss der Lehre, arbeitete er weiterhin in seinem Beruf. Als seine Brüder bei den Franziskanern eintraten, entschied sich Josef für ein Leben als Missionar in Afrika. Seine beiden Franziskanerbrüder
rieten ihm: "Wenn du in Afrika als Missionar arbeiten willst, geh zu den Weißen Vätern. Bei ihnen ist die Chance am größten, dort zu arbeiten".

Nach dem Tod seiner Mutter 1947 lebte Josef bei seiner Schwester und als sie 1952 heiratete, trat Josef bei den Afrikamissionaren ein und begann am 28. November 1952
das Postulat in Langenfeld. Sieben Monate seines Postulats verbrachte er allerdings in Trier, um beim Aufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Seminars zu helfen. Sein Noviziat absolvierte er in Marienthal und legte dort am 15. August 1955 seinen ersten
Missionseid ab.

Im August 1957 kehrte er nach Trier zurück, um sich auch in die
Technik des Buchdruckers weiterzubilden.
1958 wurde er nach Burundi berufen und absolvierte, bevor er aufbrach, einen französischen Sprachkurs in Namur, Belgien.
Am 6. April 1959 kam Josef in Bujumbura an und gehörte zum Team der „Imprimerie Lavigerie“, wo er die nächsten 11 Jahre
arbeitete. In seinen persönlichen Aufzeichnungen erwähnt er diese Zeit nicht, außer die Ablegung des ewigen Missionseids am 15. August 1961, einen Urlaub in Deutschland 1965 und ein anschließendes Praktikum von einigen Monaten in der Paulus Druckerei in Freiburg in der Schweiz.
Über seinen zweiten Aufenthalt in Ruanda hingegen berichtet er ausführlich. Ende der 1960er Jahre lud ihn der Bischof von Butare, Mgr. Gahamanyi, ein, nach Butare zu kommen, um dort eine Diözesandruckerei aufzubauen.
1970 kam ein Nachfolger, der die Druckerei Lavigerie in Bujumbura übernahm, und Josef zog nach Butare.
Bevor er sich allerdings dort niederließ, verbrachte er seinen Urlaub in Deutschland und nutzte die Zeit, um Geld zu sammeln, das er für den Kauf der Maschinen, die er für die neue
Diözesandruckerei benötigte.
Die Euthymia-Stiftung der St. Clemensschwestern in
Münster unterstützte das Projekt unter der Bedingung, dass die neue Druckerei den
Namen der Klemensschwester Euthymia, tragen wird. Dank der
Euthymia-Stiftung und anderer Wohltäter konnte Josef die benötigten Maschinen kaufen und verschiffte sie nach Butare. Bevor er nach Afrika zurückkehrte, machte er seine großen Exerzitien in Grottaferrata, Italien und im Mai 1971 kam er in Butare an und startete dort mit einem Lehrling die Euthymia-Druckerei. 1972 brach in Burundi der Bürgerkrieg aus und ehemalige Mitarbeiter der Druckerei Lavigerie kamen nach
Rwanda als politische Flüchtlinge. Josef beschäftigte sie und er konnte so die Produktion ausweiten. Auch der Bischof profitierte von dieser Entwicklung und beauftragte Josef mit der Aufsicht über die verschiedenen diözesanen Werkstätten mit insgesamt rund 60 Mitarbeitern.
Josef beschäftigte zwischen 10 und 15 Personen in der Druckerei und damit es für alle Mitarbeiter eine Zukunft gab, erweitert er den Kreis der Kunden. Er fand sie in der Universitätsverwaltung, bei den Händlern in der Stadt und bei den Teebauern. Mit ihren Bestellungen konnte er die Gewinne der Druckerei steigern und konnte seinen Traum verwirklichen, den Christen christlicher Literatur zu bezahlbaren Preisen anzubieten.
Josef unterbrach seine Tätigkeit in der Druckerei Euthymia 1981, um am Bibelkurs und an den großen Exerzitien in Jerusalem teilzunehmen.
Während seiner Zeit in Butare war Josef 20 Jahre lang Mitglied des diözesanen Finanzrats und der Bischof schätzte sein realistisches Urteilsvermögen und seine Lebenserfahrung bei der
Finanzverwaltung der Diözese. Als er seine endgültige Abreise aus Ruanda vorbereitete, zog er Bilanz und fand, dass er etwa drei Millionen Broschüren zu günstigen Preisen gedruckt und so den Christen Zugang zu christlichem Wissen verschafft hatte.

Nach 22 Jahren Arbeit in Ruanda musste Josef das Land verlassen. Er wurde nach Köln berufen, um Br. Baumert in der kleinen Hausdruckerei zu ersetzen.
Die Computertechnik war damals jedoch im Kommen und revolutionierte die Verwaltungsarbeit. Dadurch reduzierte sich die Arbeit in der Druckerei enorm. Josef wechselte die Arbeitsstelle und er leistete einen großen Beitrag im Empfangsdienst.

Sein Wunsch war es, seinen Lebensabend in Trier zu verbringen. Als in dem von den Barmherzigen Brüdern geführten Seniorenhaus ein Platz frei wurde, zog Josef 2016 in die dortige Gemeinschaft.

Anfang August fiel Josef und brach sich eine Hüfte. Er wurde in das Brüderkrankenhaus eingeliefert und wurde nach langen Beratungen des Ärzteteam am 6. August operiert. Zum Bruch kam dann noch eine Lungenentzündung, Josef war aber
zu schwach, um alles zu verkraften.
In der Nacht vom 18. August ist er gegen 2:00
Uhr friedlich eingeschlafen.
(P. Hans Vöcking)

Pater Adolf Pottrick verstorben


Adolf Pottrick wurde am 22. Mai 1940 in Grossendorf in Ostpreußen, heute gehört das Gebiet zu Polen, geboren. Er war der Jüngste der sechs Söhne und drei Töchter von Franz Pottrick und seiner Frau Maria, geb. Hippel. Seinen Vater hat Adolf nie ennengelernt, denn er wurde zu Beginn des Krieges eingezogen und galt seit
1944 als vermisst. Im Januar 1945 musste seine Mutter alleine mit den Kindern fliehen.

Adolf besuchte die Missionsschulen in Haigerloch und Großkrotzenburg. Seine Ausbildung machte er in Trier, Hörstel und Totteridge.
Sein Arbeitsfeld in Afrika war Tansania, von 1968 bis 1974 in der Diözese Rulenge und 1979 in Mwanza.
Zwischenzeitlich war er Vize-Provinzial und leitete die Prokura in Dar-es-Salaam.

1998 kam der nach Deutschland zurück und übernahm die Verantwortung für das Provinzökonomat in Köln.
2008 kehrte wieder nach Tansania zurück als Gästemeister im
Provinzhaus in Mwanza.
Gesundheitlich angeschlagen kam er 2014 nach Deutschland zurück in die Gemeinschaft in Haigerloch und später in Hechingen.
Am 30. Juli 2022 rief der Herr seinen treuen Diener zu sich

P. Josef Hochheimer verstorben

Am 18. April 2022 verstarb in Hechingen P. Josef Hochheimer, der lange Jahre Missionar in Burkina Faso und Deutschland war.

Josef wurde 1939 in Haigerloch geboren. Seine Eltern, Heinrich und Franziska, hatten noch zwei andere Söhne.
Von 1952 bis 1960 besuchte er die Missionsschulen in Haigerloch,
Zaitzkofen und Großkrotzenburg. In Trier studierte er Philosophie, machte sein Noviziat in Gap/Frankreich und seine Theologie in Vals/Frankreich. 1965 legte er dort seinen ewigen Missionseid ab
und wurde am 2. Juli 1966 in Frankfurt zum Priester geweiht.
Zwei Jahre arbeitete er dann in Linz am Rhein als Präfekt der Missionsschule und war gleichzeitig als Missionsreferent und Krankenhausseelsorger tätig.

1968 wurde er nach Burkina Faso, dem ehemaligen Obervolta, ernannt und war in der missionarischen Arbeit in den Pfarreien
Tansilla, Solenzo und Bomborokuy engagiert.
1984 bat ihn die Provinz die Verantwortung für die Ausbildung unserer Kandidaten in Trier zu übernehmen.
1989 konnte er wieder nach Burkina zurückkehren und war dann Vize-Regional in Ouagadougou.
Nach einem Sabbatjahr und einer Fortbildung in geistlicher Begleitung ging er für drei Jahre nach Burkina zurück, um dann 2014 definitiv in die Provinz zurückzukehren.
Fünf Jahre lang war er verantwortlich für die Gemeinschaft und für die Seelsorge im Seniorenheim der Barmherzigen Brüder in Trier.
2019 wurde er in die Gemeinschaft nach Hechingen ernannt, wo er unerwartet am Ostermontag den 18.04.2022 verstarb.

Pater Engelbert Degünther verstorben.

Am 11. März 2022 verstarbt in Trier P. Engelbert Degünther der lange Jahre Missionar im Kongo und in Deutschland war.

Engelbert wurde am 24. Mai 1938 in Worms in die Familie von Johannes Degünther und seiner Frau Margarethe hineingeboren.
Er besuchte die Volksschule und später das Staatliche Gymnasium in Worms. 1960 machte er dort das Abitur.

Engelbert entschied sich für ein Leben als Priester und begann 1960 mit dem Philosophiestudium im Priesterseminar von Mainz.
Ein Jahr später entschied er sich für eine missionarische
Berufung und trat bei den Weißen Vätern ein.

In Trier studierte er das zweite Jahr Philosophie,
absolvierte sein Noviziat von 1962 bis 1963 in Hörstel und studierte danach Theologie in Vals, in Frankreich. Dort legte er am 29. Juni 1966 den ewigen Eid ab und wurde am 23. Juni 1967 in Worms zum Priester geweiht.

Für seine Zukunft hatte Engelhard zwei Wünsche.
Als Missionar würde er gerne in der Kirche imKongo mitarbeiten und, um seine praktischen Fähigkeiten effektiver einbringen zu können,
wünschte er ein Zusatzstudium in einem Ingenieurfach zu machen. Diesen zweiten Wunsch konnte er nicht realisieren, die Leidenschaft für die Technik aber hatte er ein Leben lang.

In den Jahren von 1968 bis 1998 arbeitete Engelbert in der Pastoral in den zwei Diözesen Buniaund Mahagi, in der Republik Kongo.
1998 wurde er nach Deutschland ernannt und übernahm das Ökonomat in Haigerloch.

2003 war er dann als Seelsorger in der Alten- und Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Rilchingen im Saarland tätig.
Aus gesundheitlichen Gründen zog er 2013 in die Gemeinschaft der Weißen Väter in der Dietrichstraße in Trier und 2017 in die Gemeinschaft an der Nordallee.
Nach längerer Krankheit verstarb er am 11. März 2022 in Trier.


Pater Walter Seyfried verstorben

Am 16.01.2022 verstarb in Trier P. Walter Seyfried, der viele Jahre Missionar in Mali, im Kongo , in Burkina Faso und in Deutschland war.

Walter Seyfried wurde am 4. August 1940 in Leegebruch, in der Nähe von Berlin geboren.
Nach der Grundschule ging er 1953 in die Missionsschule der Weißen Väter in Rietberg, machte aber sein Abitur im städtischen Gymnasium in Paderborn.

Dann entschloss er sich endgültig Missionar zu werden und machte seine Ausbildung in Trier, Hörstel und Vals (Frankreich).

Er wurde in verschiedene Länder ernannt: Mali, DR Kongo und Burkina.
Seine Gesundheit zwang ihn immer wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Einen kuriosen, lebensbedrohlichen Unfall in Burkina im Jahr 1992, bei dem der Eisenpflock einer angebundenen Ziege in seinen Kopf eindrang, überlebte er.

Im Jahr 1997 kehrte er definitiv nach Deutschland zurück und war in den folgenden Jahren in den Gemeinschaften in Linz, Dillingen, Hörstel und Trier tätig, wo er auch in der Seelsorge der Pfarreien mithalf.
Er starb am 16. Januar 2022 im Kreise seiner Mitbrüder in Trier.

R.I.P