Pater Erhard Schneider ist verstorben
Erhard Schneider wurde am 3. Mai 1934 in Frankfurt/M. geboren. Schon als Schüler hatte er sich für die Mission entschieden. Nach dem Abitur 1954 studierte er die Philosophie bei den Afrikamissionaren in Trier, machte das Noviziat in Karthago sowie die Theologie und legte seinen Missionseid am 25. Januar 1960 ab. Am darauffolgenden 3. Juli wurde er in Frankfurt/M. zum Priester geweiht, Ehrhard war sowohl naturwissenschaftlich als sprachlich begabt. Er wurde zum Studium für Anglistik und Theologie in Frankfurt ernannt. Nach Abschluss des Studiums erhielt er 1967 die Ernennung in den Kongo, wo er im kleinen Seminar bis 1982 unterrichtete. Nach einem dreijährigen Aufenthalt in Deutschland, wurde er 1985 nach Tunesien ernannt und gehörte zur Gemeinschaft in Sousse bis 1995.
Während der Jahre in Afrika beschäftigte sich Erhard neben der regulären Arbeit in zwei wissenschaftlichen Bereichen. Im Kongo war es die Botanik. Er sammelte sortierte die Pflanzen, die von der Bevölkerung zur Heilung verschiedener Krankheiten benutzt wurden. In Tunesien war er archäologisch aktiv, wobei der Schwerpunkt auf die Geschichte des frühen Christentums in Tunesien lag. Der Artikel über ein frühchristliches Taufbecken in der Zeitschrift IBLA ist ein Zeugnis dafür.
Aus gesundheitlichen Gründen kam Ehrhard 1995 nach Deutschland zurück, gehörte einige Jahre zur Gemeinschaft von Frankfurt, übernahm Aushilfen in den Pfarreien und übernahm für CIBEDO Übersetzungsarbeit sowie das Korrekturlesen.
Aus gesundheitlichen Gründen zog er 2008 nach München und 2023 in das Seniorenhaus in Hechingen. Bei all seinen gesundheitlichen Schwächen bewahrte Ehrhard seine höflichen Umgangsformen und ein Interesse für das, was die Mitbrüder machen. Verstorben ist P. Erhard Schneider am 10. Februar 2026 in Hechingen. Sein Leben und seinen missionarischen Dienst empfehlen wir im Gebet der Barmherzigkeit Gottes.
Ein langes Missionarsleben endete
Rudolf Kriegisch wurde am 29. September 1929 in Zuckmantel geboren, das in der heutigen Tschechei liegt. Seine Kindheit war geprägt von Krieg, Gefangenschaft und Flucht. Trotz dieser negativen Erlebnisse blieb sein Entschluss, Priester und Missionar zu werden, lebendig. Er kam zu den Weißen Vätern, wo er in den Nachkriegsjahren seine Gymnasialbildung nachholen konnte. Danach folgte das Studium der Philosophie und der Theologie. Den Missionseid legte er während des Studiums der Theologie in Eastview, Kanada, ab. Im kanadischen Ottawa wurde er am 19. September 1959 zum Priester geweiht.
Nach seiner Priesterweihe sollte er Mathematik und Physik fürs Schulamt studieren, doch nach zwei Jahren brach er das Studium ab, weil es nicht seinem Lebensentwurf als Missionar entsprach. Er wurde nach Tansania ernannt und von 1962 bis 2004 war er Seelsorger in verschiedenen Pfarreien in Tansania.
Er bekam den Auftrag, einen Weg zu finden, wie die liturgischen Vorgaben des II. Vat. Konzils umgesetzt werden können. Um dieses kompetent zu machen, studierte Rudi 1911 für ein Jahr am Liturgischen Institut in Trier, wobei er den Schwerpunkt auf Taufe und Exorzismus vor der Taufe legte. Seine Bemühungen müssen überzeugt haben, denn 1982 wird er Mitarbeiter im Referat Katechumenat, das der Kommission Liturgie der Bischofskonferenzen von Tanzania zugeordnet ist, das sowohl für Tanzania als auch für Kenia arbeitet. 1987 wird Rudi Sekretär des Referates.
Die Teilnahme an einem dreimonatigen Kurs in Münsterschwarzach war für Rudi ein wichtiges Erlebnis. Der Kurs befreite ihn von dem Trauma der Gefangenschaft in Prag als Jugendlicher. Die Therapie war für ihn „ein Schritt vom Über-Leben zum Leben“.
Nach einem schweren Motoradunfall kehrte Rudi 2004 nach Deutschland zurück und gehörte zur Münchener Gemeinschaft der Weissen Väter. Mit ihr zog er dann nach Hechingen, als die Niederlassung der Afrikamissionare in München aufgegeben wurde. Nun ist Pater Rudi Kriegisch am 19. Februar 2026 in Balingen verstorben. Sein Leben und seinen missionarischen Dienst empfehlen wir im Gebet der Barmherzigkeit Gottes.
Bruder Eckehard Reynen ist verstorben
Eckehard Reynen wurde am 20. März 1939 in Vieren geboren. In den Wirren des Krieges wuchs er heran. Nach dem Krieg blieb er der handwerklichen Familientradition treu und machte nach der Volksschule die Lehre eines Formers in einer Schlosserei. Er lernte die Gussformen für das Gießen von Werkstücken aus Eisen oder Stahl herzustellen. Während der Schulzeit und Lehre war er in der katholischen Jugend aktiv und hörte von der Arbeit der Missionare. Er hat sie als sinnstiftend gesehen und nahm Kontakt mit den Afrikamissionaren auf.
Er begann seine Ausbildung in Langenfeld, es folgte das Noviziat in Hörstel und war dann drei Jahre in Marienthal. Von 1964 bis 1966 machte er ein Praktikum in einer Autowerkstatt in Köln und Linz/Rh.
Eckehard wurde nach Malawi in die Diözese Mzuzu ernannt. Ihm wurde die Leitung der Autowerkstatt übergeben, die zum Diözesanökonomat gehörte. Leider bekam er nicht die Möglichkeit, sich mit der Kultur und der Sprache vertraut zu machen.
1983 machte Eckehard in Jerusalem die großen Exerzitien sowie den Bibelkurs in Sankt Anna und kam 1984 nach Mzuzu zurück.
Er wurde mit der Schlafkrankheit infiziert und dank eines indischen Arztes überstand er sie. 1996 scheidet Eckehard aus dem Ökonomat aus und war für ein Sabbatjahr am Missionary Institute in London. Es war die Vorbereitung für seine späteren Mitarbeit in den vielfältigen Aufgabenbereichen der Pastoralsowie im Aids-Projekt der Diözese. 2004 wechselte er in die Diözese Lilongwe und engagierte sich in „Gerechtigkeit und Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ bis 2008.
2011 übernahm Eckehard in Köln die Verantwortung für das wohl schwierigste Ökonomat der Afrikamissionare in Deutschland, das er dann bis 2029 kompetent und souverän ausübte. 2019 bat er von dieser Aufgabe entbunden zu werden und er wählte die Gemeinschaft in München für seinen Alterssitz. Seine freien Stunden sowohl in Köln als auch München konnte er mit seiner Lieblingsbeschäftigung genießen, zuzuschauen, wie sich die Vögel im Garten tummeln.
Als die Niederlassung in München 2023 geschlossen wurde, zog er mit den Mitbrüdern in die Gemeinschaft der Weissen Väter in Hechingen. Er starb in dort am 13. April 2026.
Pater Karl Hartl ist in Trier verstorben
Geboren wurde Karl Hartl am 23.Dezember 1932 in Komotau/Leitmeritz (heute zu Tschechien gehörig)
P. Karl Hartl gehört zu den zahlreichen deutschen Afrikamissionaren, die unter dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen gelitten haben. Seine Schulausbildung begann er im Sudetenland, heute Tschechien, und beendete sie 1952 mit dem Abitur in Fritzlar in Westdeutschland. Während seiner Schulzeit hatte er sich entschieden, Missionar zu werden und ging darum zu den Weißen Vätern. Er studierte in Trier die Philosophie, 1954 ging er ins Noviziat nach s‘Heerenberg, studierte dort ein Semester Theologie und setzte das Studium fort in London-Totteridge. In Monteviot (Kananda) legte er am 5. Mai 1958 den Eid ab und im selben Jahr wurde er am 20. Juli 1958 in München von Erzbischof Kiwanuka zum Priester geweiht.
Er wurde nach Uganda ernannt, das Land war für die nächsten 51 Jahren seine Heimat im wahrsten Sinne des Wortes. Fünf Jahre arbeitete er in der Seelsorge in verschiedenen Pfarreien. Von 1964 bis 1967 gehörte er zu dem Team, das in den Pfarreien die Christen auf die Heiligsprechung der Märtyrer von Uganda vorbereitet hat. Von 1967 bis 1973 war er Ökonom im neu gegründeten Seminar der Diözese Hoima.
Karl war Missionar, die Seelsorge, die Begleitung der Katechisten sowie die Bildung in allen Schulformen zeugen von seinem ganzheitlichen Ansatz. Dabei schloss Karl die gesellschaftspolitische Realität nicht aus. Dafür steht die Gründung eines ugandischen Zweiges des Internationalen Kolpingwerkes, den er mit Hilfe des Kolpingwerkes einer Pfarrei in Köln-Vogelsang ins Leben gerufen hat. Er wollte so der handwerklichen Realität in Uganda eine Orientierung geben.
1999 kam Karl nach Deutschland zurück und schloss sich der Münchener Gemeinschaft der Weissen Väter an. In der Stadtpfarrei St. Peter verbrachte er täglich viele Stunden im Beichtstuhl.
Aus gesundheitlichen Gründen schied er aus dem Seelsorgedienst aus. Als das Münchener Haus 2024 geschlossen wird, zog Karl ein weiteres Mal um. Für kurze Zeit war er in Hechingen und von dort zog er in die Gemeinschaft der Weissen Väter in Trier. In Trier ist er am 22. April 2026 verstorben. Sein Leben und seinen missionarischen Dienst empfehlen wir im Gebet der Barmherzigkeit Gottes.
Pater Otmar Strzoda in Hechingen verstorben
Otmar Strzoda wurde am 9. Dezember 1939 in Chemnitz geboren. Er ist der einzige deutsche Afrikamissionar, der in der Diktatur der DDR, die das Christentum und die Kirche ganz offen ablehnte und bekämpfte, in die Deutsche Bundesrepublik floh. Nach seiner Flucht nahm er Kontakt zu den Afrikamissionaren auf und besuchte ab 1958 den Spätberufenenkurs in Linz, ab 1960 in Zaitzkofen. Es folgte das Studium in Trier, Noviziat in Hörstel und die Theologie in Gap und Vals (Frankreich), wo er am 27. Juni 1966 den Eid ablegte. Am 25. Juni 1967 wurde er in Dresden, DDR, zum Priester geweiht.
Die aktiven Jahre von Pater Strzoda waren mit sehr unterschiedlichen missionarischen Tätigkeiten ausgefüllt. Von 1967 bis 1975 arbeitete er in der Seelsorge in Sikasso in Mali. Von 1975 bis 1980 ist er Superior im Studienhaus in Frankfurt, wohin das Studienhaus von Trier verlegt worden war. Die Studenten studierten die Philosophie bei den Jesuiten in St. Georgen. Es waren keine leichten Jahre, denn das Interesse für ein Leben als Missionar wurde immer geringer. Zudem wirkten die Studentenrevolten der 1968ziger Jahre nach. Im Januar 1981 kehrte Otmar wieder nach Mali zurück und war Seelsorger in Koutiala.
1997 machte er den Bibelkurs in Jerusalem und dann wiederum ein Neuanfang in Berlin im Afrika-Center und als Beauftragter des Bischofs von Berlin für die Begegnung mit den Muslimen. Sein zugänglicher Charakter und seine Erfahrungen, die er in Mali gemacht hatte, waren dafür eine gute Voraussetzung.
Im Januar 2003 begann Otmar seinen Erfahrungsschatz als Superior im Generalat in Rom bis 2011 zu erweitern. In einer Notiz schreibt er, dass es interessante Jahre der Begegnung mit Mitbrüdern waren, leider hätte er aber zu wenig Zeit gehabt, um mehr von der Weltkirche zu erleben.
2011 kehrt er nach Mali zurück und gehört zur Gemeinschaft in Bamako und ist dort in die Pfarrarbeit eingebunden. Gesundheitlich bedingt kam er 2026 nach Deutschland zurück und zog in die Gemeinschaft in Hechingen. Am 2. Juni 2026 ist er dort verstorben. Möge er in Frieden ruhen.






Der Liturgische Kalender 2026 der